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Maria Fekter neu im Kuratorium der Salzburger Festspiele

Peter Radel Maria Fekter Kuratorium der Salzburger Festspiele
Wechsel im Kuratorium der Kuratorium der Salzburger Festspiele: Peter Rabel geht, Maria Fekter kommt(c) Montage: DiePresse.com, Fotos: APA (HELMUT FOHRINGER/HANS KLAUS TECHT)
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Peter Radel, scheidendes Kuratoriumsmitglied der Salzburger Festspiele, warnt vor wachsenden wirtschaftlichen Engpässen in der Hochkultur.

„Maria Fekter wollte das machen, sie kennt sich aus. Ich bin damit zufrieden. Ich hatte eine sehr gute Zeit. Wir haben wichtige personelle Weichenstellungen vornehmen können", sagt Peter Radel. Der Jurist und frühere kaufmännische Direktor des ORF gibt seinen Sitz im Kuratorium (Aufsichtsrat der Salzburger Festspiele) auf - statt ihm kommt die frühere Finanzministerin und nunmehrige VP-Kultursprecherin Fekter, die bisher vor allem dadurch aufgefallen ist, dass sie Kultur als Gelegenheit bezeichnete, „Wohlfühltermine" wahrzunehmen. Radel hofft, dass Fekter mit ihrem rhetorischen Gewicht und als ehemalige Finanzministerin den Festspielen mehr Geld bescheren wird.

Wahrscheinlicher sei allerdings, dass nichts passieren werde, weil Erhöhungen bei den Festspielen zu einem „Rattenschwanz weiterer Forderungen von Kulturinstitutionen führen würden, Theater in der Josefstadt, Bregenzer Festspiele usw. Und dann kommen sofort die Links-Grünen und kritisieren, dass die Gitarrenspieler nichts bekommen." Was Radel meint, ist der notorische Kampf zwischen Hoch-und Off-Kultur um staatliche Unterstützung. Radel: „Es kommen schwierige Zeiten auf die Kultur zu. So geht es auf jeden Fall nicht weiter: Mit Subventionen, die sieben bis neun Jahre nicht valorisiert bzw. erhöht werden! Die Politiker schmücken sich gern mit der Kunst, sie reden vom Juwel Kultur und von der Weltgeltung Österreichs auf kulturellem Gebiet, aber zahlen wollen sie nichts."

Radel, der früher Aufsichtsrat bei den Staatsbühnen (Bundestheatern) war, nützt auch gleich die Gelegenheit, eine Lanze für die fristlos entlassene ehemalige Burgtheater-Geschäftsführerin Silvia Stantejsky zu brechen: „Das Burgtheater soll seinen reichen Spielplan, seine vielen Spielstätten aufrechterhalten, bekommt aber auch keine Inflationsabgeltung oder Subventionserhöhung. Geschäftsführer von Hochkultur-Institutionen können ein paar Jahre tricksen, aber einmal ist es vorbei damit. Einzelpersonen können nichts dafür. Stantejsky ist im Gegenteil eine sehr tüchtige Kraft!"

Er scheide ohne Bedauern aus dem Salzburger Festspiel-Kuratorium aus, schließt Radel. Mit der Berufung von Markus Hinterhäuser in die Intendanz ab 2017 sei eine wohl für Jahre weitreichende Entscheidung getroffen worden, die finanzielle Krise sei nicht akut, „weil die Salzburger Festspiele sehr gute Sponsoren-Einnahmen haben," so Radel. Aber längerfristig müsse unbedingt etwas geschehen, die Hochkultur müsse halbwegs abgesichert werden.

Kritik an Bestellung aus Kunst und Politik

Die IG Autorinnen Autoren etwa zeigte sich "irritiert" und befürchtet Interessenskonflikte innerhalb der Hochkultur-Betriebe selbst. In einem offenen Brief an Vizekanzler und ÖVP-Chef Michael Spindelegger will die Interessensgemeinschaft der Schriftsteller zunächst wissen, welche Aufgabe Fekter in dem Gremium eigentlich habe, ob sie die Festspiele etwa vertreten oder in die Schranken weisen solle. Sollte sie sich dafür einsetzen, dass die Festspiele mehr Geld erhalten, sei es "ausgeschlossen, dass es zu keinen Interessenskollisionen und Interessenskonflikten kommt, und zwar schon innerhalb der Hochkulturbetriebe selbst, die alle vor dem ähnlichen Dilemma ihrer jahrelangen Unterdotierungen stehen. In diesen Konfliktlagen kann sich eine Vertreterin der Festspiele nicht zugleich für und gegen die Interessen der Festspiele aussprechen", so die Autoren.

Mit Fekter sitze bereits die vierte aktive Politikerin von insgesamt fünf stimmberechtigten Mitgliedern im Kuratorium, kritisiert der Kultursprecher der Grünen, Wolfgang Zinggl. "Drei von der ÖVP, einer von der SPÖ. Die vom Rechnungshof zu Recht geforderte Entflechtung und damit eine Forcierung der unabhängigen Kontrollmöglichkeit durch das Gremium werden damit geradezu verhöhnt", so Zinggl. "Die Besetzung mit Frau Fekter, die sich offenbar für ihr 'Wohlfühlprogramm' auch eine Prominenz in Salzburg mit allen damit verbundenen Annehmlichkeiten gesichert hat, birgt das Risiko von Interessenkollisionen in sich", so der Politiker.

Und für Beate Meinl-Reisinger, Kultursprecherin der NEOS und Vorsitzende des Kulturausschusses im Nationalrat, ist "jedenfalls die Optik nicht gut". Sie kündigte eine rechtliche Prüfung an, ob die Funktionen Kultursprecherin und Kuratoriumsmitglied der Salzburger Festspiele vereinbar seien.

(bp)