Nach Styria, Red Bull Media und Saubermacher führt Horst Pirker nun die Verlagsgruppe News.
Es wurde dann doch noch einmal spannend. Später als erwartet bestätigte der Hamburger Verlag Gruner+Jahr am Freitagnachmittag, dass der 54-jährige Kärntner Horst Pirker neuer Geschäftsführer und Generalherausgeber der Verlagsgruppe News würde: Er trete seine neue Aufgabe „voraussichtlich im Frühjahr 2014“ an. Vorgänger Axel Bogocz (49) verlässt den News-Tower am Donaukanal nach etwas mehr als zwei Jahren. Bis zu Pirkers Antritt wird der zweite Geschäftsführer Ekkehard Veser die Magazingruppe leiten.
Der Wechsel des Ex-Styria-Vorstands und Kurzzeit-Red-Bull-Media-Managers an die Spitze des Magazinhauses, das u.a. „News“, „Profil“, „Trend“ und „Woman“ herausgibt, ist für die heimische Medienbranche durchaus eine Nachricht mit Knalleffekt. Pirker war zuletzt zwei Jahre Vorstand des Grazer Entsorgungsriesen Saubermacher, was Journalisten nun ein dankbares Wortspiel beschert: Als „Saubermacher für News“ wird Pirker bereits bezeichnet.
Wer ihn besser kennt, sagt, dass die Medien seine große Leidenschaft sind, dass seine Rückkehr in die Medien nur eine Frage der Zeit war. Seine zweite Doktorarbeit schrieb er 2007 über die „Zukunft der Zeitung“, an die er sehr wohl glaubt. Ganz weg von den Medien war er ohnehin nur kurz: Neben dem Saubermacher-Job war er seit 2013 mit Ex-„Presse“-Geschäftsführer Reinhold Gmeinbauer an der Magazinboutique „Medecco“ beteiligt, die u.a. die Magazine „Datum“ und „Parnass“ übernahm.
Ein Österreicher, der aufräumen soll
Die Branche ist einerseits erfreut, dass nach über zehn Jahren wieder ein Österreicher an der Spitze der Verlagsgruppe News steht. Andererseits sehen Beobachter in Pirker nur den nächsten Manager, der die strengen Sparvorgaben des News-Mehrheitseigentümers Gruner+Jahr durchpeitschen soll. Pirker soll besonders am breiten Portfolio des Verlags interessiert sein. Den Mitarbeitern im News-Verlag soll er Freitag gesagt haben, dass das Kostenthema unvermeidbar sei, aber keine Schnellschüsse passieren werden. Die im Dezember angekündigte Sparwelle dürfte also vorerst verschoben sein.
Das am Freitag aufgebrachte Gerücht, Pirker könnte selbst Anteile am einst von Wolfgang und Bruder Helmuth Fellner gegründeten News-Verlag übernehmen, an dem auch die Raiffeisen über die Kurier-Magazine-Verlags-GmbH rund 25 Prozent hält, stimmt nicht. Pirker jedenfalls wird erstmals in seiner beruflichen Karriere seinen Lebensmittelpunkt in Wien haben. Auch darauf soll er sich besonders freuen. (awa)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.01.2014)