Sterbehilfe entzweit die Seniorenchefs

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Khol (ÖVP) ist für ein Verbot per Verfassung, Blecha (SPÖ) hält das nicht für notwendig.

Wien. In Pensionsfragen demonstrieren sie meist bewusst Einigkeit, bei der Diskussion über eine Verankerung des Verbots der Sterbehilfe in Österreich per Verfassung ziehen die Chefs der Pensionistenorganisationen der beiden Regierungsparteien jedoch nicht an einem Strang. ÖVP-Seniorenbund-Obmann Andreas Khol tritt für ein Festschreiben in der Verfassung ein, SPÖ-Pensionisten-Chef Karl Blecha glaubt nicht, dass dies erforderlich sei, er verschließt sich derartigen Plänen aber auch nicht.

Bei einer Pressekonferenz am Freitag fanden sie vorerst einen gemeinsamen Nenner für die weitere Vorgangsweise: Beide begrüßten die im Regierungsprogramm fixierte Einsetzung einer Enquetekommission zu einem Sterbehilfeverbot.

In der SPÖ mehren sich Stimmen, die skeptisch gegenüber der Verankerung des Verbots der Sterbehilfe in der Verfassung sind. Vor Blecha hat am vergangenen Wochenende bereits Justizsprecher Hannes Jarolim Vorbehalte gegen eine Verfassungslösung angemeldet.

„Würdevolles Sterben“

Ganz klar befürwortet wird ein verfassungsmäßiges Verbot hingegen vom ÖVP-Seniorenobmann. Man müsse bei der Sterbehilfe den Anfängen wehren, warnte Khol. Er wolle jedenfalls nicht, dass alte Menschen in ihren Tod einwilligen. Für den ÖVP-Seniorenchef hat Österreich zudem beim Verbot der Sterbehilfe wegen seiner historischen Erfahrungen mit der Euthanasie während der NS-Zeit in dieser Frage eine besondere Verantwortung. Man müsse daher sehr vorsichtig sein. Das Recht auf ein würdevolles Sterben müsse abgesichert bleiben. (red./APA)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.01.2014)

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