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Reaktionen: "So funktioniert rotes Networking"

Eugen Freunds Bestellung zum SPÖ-Spitzenkandidaten bei der EU-Wahl sei wohl der Dank für parteipolitische Dienste beim ORF, kritisiert die FPÖ. ÖVP-Spitzenkandidat Karas wollte sich nicht äußern.

Die FPÖ kritisiert die Bestellung des ehemaligen ZiB-Moderators Eugen Freund zum SPÖ-Spitzenkandidaten bei der EU-Wahl. "Freund zeigt vor, wie rotes Networking funktioniert", erklärte Generalsekretär und EU-Spitzenkandidat Harald Vilimsky in einer Aussendung. Die Entscheidung sei "wohl der Dank für brave parteipolitische Dienste beim ORF. Wenn es überhaupt noch eines weiteren Nachweises bedurft hätte, dass der ORF zu Recht als Rotfunk gelte, so sei dieser damit erbracht."

Außerdem erkläre sich jetzt auch, warum SPÖ-Kreise vehement für eine Verlängerung der Moderatorentätigkeit Freunds bis Ende letzten Jahres eingetreten seien.

Grüne: Lunacek schätzt Freund

Die Grüne Delegationsleiterin im Europaparlament, Ulrike Lunacek, wünscht der SPÖ mit ihrem Spitzenkandidaten Eugen Freund "bessere Erfahrungen als mit früheren Quereinsteigern". Allerdings müsse Freund erst zeigen, "ob ihm der Rollenwechsel in die Politik wirklich gelingen wird und ob ihm das liegt", sagte Lunacek am Montag am Rande der EU-Parlamentssitzung in Straßburg auf Anfrage der APA.

Sie kenne und schätze Freund als TV-Moderator und als Journalist. Ob die SPÖ-Entscheidung auch Auswirkungen auf das Abschneiden Grünen haben wird, sieht Lunacek nicht. "Ich sehe da nicht wirklich viel Einfluss. Wir werden unseren Wahlkampf machen. Ich sehe nicht viele Veränderungen, außer dass er sehr bekannt ist."

Keine Reaktion der ÖVP

ÖVP-Spitzenkandidat Othmar Karas wollte sich am Montag nicht zum SPÖ-Spitzenkandidaten äußern.

Tritt  Hans-Peter Martin wieder an?

Der Europaabgeordnete Hans-Peter Martin hat sich noch nicht entschieden, ob er bei der EU-Wahl im Mai antreten wird. Auf Anfrage der APA sagte Martin am Montag in Straßburg, er werde weiterhin vom ORF totgeschwiegen. Es reiche aber auch, die Entscheidung erst bis März zu treffen. Dies treffe auf einige Gruppierungen zu, wie er gehört habe.

Zum neuen SPÖ-Spitzenkandidaten Eugen Freund merkte Martin an, die Frage werde sein, ob es diesem gelinge, FPÖ-Wähler zu den Sozialdemokraten zu holen: "Das kann ich nicht beurteilen."

(Red.)