Der Salzburger Landeshauptmann brüskierte den ÖVP-Chef gleich doppelt.
Ausgerechnet Wilfried Haslauer, möchte man meinen. Der Salzburger Landeshauptmann verhandelte für die ÖVP das Bildungskapitel im Koalitionspakt, weil ihn Michael Spindelegger darum gebeten hatte. Haslauer wollte eigentlich nicht, tat dem Parteiobmann dann aber doch den Gefallen. Weil man miteinander befreundet ist. Oder war. So genau weiß das mittlerweile keiner.
Denn Haslauer, der Salzburg für die ÖVP zurückgeholt hatte (dem Finanzskandal sei Dank), brüskierte Spindelegger zuletzt gleich doppelt. Indem er erneut Sympathien für eine Gesamtschule erkennen ließ – und zu allem Überdruss auch noch erklärte, keine Einwände gegen Vermögensteuern zu haben.
Wann und wie es zur Entfremdung zwischen Spindelegger und Haslauer gekommen ist, ist nicht überliefert. Die Frage gibt selbst Parteifreunden ein Rätsel auf. Gemutmaßt wird, die beiden hätten sich im Zuge der Regierungsverhandlungen überworfen. Denn Haslauer wollte die Volksschule um zwei Jahre verlängern, scheiterte mit diesem Plan aber an Spindelegger. Im Umfeld des ÖVP-Chefs zeigte man sich zunächst nur über das Verhandlungsergebnis des Landeshauptmanns enttäuscht. Mittlerweile ist Haslauer im Finanzministerium eine Persona non grata.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.01.2014)