Doppelbelastung: Karriere immer öfter ohne Kind, 10. August
Mit hohem Interesse lese ich Ihre Beiträge zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Ich möchte auf einen Aspekt aufmerksam machen, der - nach meiner Beobachtung - immer mehr Frauen betrifft: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Mütter, die selbstständig tätig sind, z. B. als Neue Selbstständige oder als Freie Mitarbeiterinnen. Viele Unterstützungsmaßnahmen, die für angestellte Frauen selbstverständlich sind, z. B. Mutterschutz, bezahlte Weiterbildungsmaßnahmen in der Arbeitszeit, Kinderbetreuungsschecks oder Betriebskindergarten, Pflegeurlaub bei Krankheit des Kindes (!!), sind für Unternehmerinnen einfach nicht vorhanden. Und wenn man dann nicht genug Einkommen hat und keine Unterstützung vom Kindesvater bekommt, zerspragelt frau sich endgültig bzw. wird es existenzgefährdend!
In dieser Situation hängen die Frauen vom sie umgebenden sozialen Netz in Form von Großeltern oder sonstigen guten Geistern ab. Aus eigener Kraft können sie sich daraus eigentlich nicht mehr befreien, denn weder Mann noch Frau kann neue Aufträge akquirieren oder abarbeiten, wenn das Kind mit hohem Fieber im Bett liegt.
Dr. Sabine M. Fischer
1100 Wien
(Die gesamte Presse-Serie "Geld oder Leben" unter www.diepresse.com/geldoderleben)
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Offene Fragen"Arbeitslose in die Pflicht nehmen", 13. August
Gerne würde ich über realistische Alternativen für Langzeitarbeitssuchende lesen. Denn die gebetsmühlenartigen Wiederholungen: flexibler sein, andere Arbeiten annehmen (Hilfsarbeiter statt Facharbeiter?) selbst ernannter Experten sind für uns beschämend. Als Mittfünfziger durch Umschulungen und Weiterbildungen einen neuen Job zu erlangen, ist fast aussichtslos. Denn nach einer fundierten Ausbildung sind wir wieder ein Stück älter und somit noch weniger vermittelbar. Interessant wäre zu erfahren, in welche Berufsfelder jene Dänen gewechselt sind, die in ihren bisherigen Arbeitsbereichen arbeitslos geworden sind. Sind das alles Multitalente oder hat man sie einfach als Hilfskräfte weitervermittelt? Wie sieht das dadurch entstehende Lohngefüge aus? Alles Fragen, die einer Antwort bedürfen.
Karl Häring
1150 Wien
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Sparbuch als "Beitragsbasis"?"Keine Koalition ohne die SPÖ$!R", Interview mit Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SP), 13. August
Zitat aus dem Interview: "Wir arbeiten an einem Vorschlag zur Verbreiterung der Bemessungsgrundlage in der Sozialversicherung. Dabei sollten das Vermögen und andere Einkünfte einbezogen werden." Dräut hier im Falle einer sozialistischen Regierungsbeteiligung auf Bundesebene ein Skandal der Extraklasse? Hat man seitens der SPÖ tatsächlich vor, mit flächendeckenden Enteignungen gegen jene vorzugehen, die es gewagt haben, ein paar Groschen nicht zu konsumieren? Was heißt "Vermögen" anderes als "Ersparnisse"? Das Sparbüchl als "Beitragsbasis" für die Sozialversicherung? Wer heute ja zu einer "Verbreiterung der Steuerbasis" sagt, hat damit auch schon der nächsten Steuererhöhung zugestimmt. Denn sind erst einmal alle in Frage kommenden "Grundlagen" erfasst, gibt's kein Halten mehr. Einem derartigen Ansinnen liegt die totale Missachtung oder Geringschätzung privaten Eigentums zu Grunde. Dem ist schärfstens entgegenzutreten!
Ing. Andreas Tögel
2340 Mödling