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Kindesmissbrauch: Fast 400 Priester entlassen

File photo of Pope Benedict XVI waving as he arrives to lead the Wednesday general audience in Saint Peter´s square at the Vatican
Papst Benedikt(c) REUTERS (GIAMPIERO SPOSITO)
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2011 und 2012 mussten in der Amtszeit von Papst Benedikt XVI. mehr Priester auf ihr Amt verzichten als zuvor.

Vatikanstadt. Wegen Vorwürfen des Kindesmissbrauchs wurden 260 Priester im Jahr 2011 gezwungen, auf ihr Amt zu verzichten oder haben dies freiwillig getan. Im darauf folgenden Jahr 2012 waren es 124. Diese Zahlen wurden gestern bekannt und vom Vatikan bestätigt. Die Entlassungen waren die Folge der neuen Regeln, die Papst Benedikt XVI. 2010 zur Bekämpfung der Pädophilie eingeführt hat. 2008 und 2009 seien 171 Priester auf diese Weise diszipliniert worden, berichtet BBC.

Während seiner Amtszeit von 2005 bis 2013 hat Benedikt XVI. 80 Bischöfe pensioniert. Mehrere von ihnen mussten in den Ruhestand treten, weil sie beschuldigt wurden, Missbrauchsfälle nicht gemeldet zu haben. Andere Gründe waren mangelhafte Geldverwaltung oder ein Konflikt mit dem Vatikan in Glaubensfragen.

Am Donnerstag hatte sich der Vatikan-Diplomat Erzbischof Silvano Tomasi in Genf UNO-Befragungen zu Kinderschutzmaßnahmen des Heiligen Stuhls gestellt. Er verwies auf die verschärften kirchlichen Richtlinien; die Zusammenarbeit mit staatlichen Behörden seien ausgebaut und neue Wege der Prävention beschritten worden. Für pädophile Übergriffe, sagte er vor der UNO, gebe es „keine Entschuldigung“.

("Die Presse am Sonntag", Print-Ausgabe, 19.01.2014)

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