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JPMorgan verklagt Berliner Verkehrsbetriebe

In der JPMorgan Zentrale in New York
In der JPMorgan Zentrale in New York(c) REUTERS (� Eduardo Munoz / Reuters)
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Die US-Bank fordert 150 Millionen plus Zinsen für Schrottpapiere.

JPMorgan ist mit schweren Anschuldigungen gegen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) in einen Gerichtsprozess um riskante Finanzgeschäfte gestartet. Die US-Bank verklagt das kommunale Unternehmen in der deutschen Hauptstadt auf umgerechnet gut 150 Millionen Euro plus Zinsen, die die BVG dem Institut nach dessen Auffassung noch zahlen müssen.

Über Risiko im Dunkeln gelassen worden

Am ersten Verhandlungstag vor einem Londoner Gericht warf ein JPMorgan-Anwalt den BVG vor, die Schuld für Verluste in dieser Höhe um jeden Preis anderen in die Schuhe schieben zu wollen. Am Dienstag stellen die BVG ihre Position dar, nach der sie über das wahre Risiko des fraglichen Finanzgeschäfts im Dunkeln gelassen worden seien. Bei den BVG war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Finanzderivate erwiesen sich als Schrott

Hintergrund des Disputs ist ein bestimmtes Finanzderivat, mit dem die BVG deutschen Medienberichten zufolge auf Anraten von JPMorgan ihre Finanzierung von Straßenbahn- und U-Bahnwagen absicherten. Als sich die Papiere mit Beginn der Finanzkrise als Schrott erwiesen und die BVG dadurch Verluste von rund 156 Millionen Euro eingefahren hätten, habe das Berliner Unternehmen noch ausstehende Zahlungen an die US-Bank eingestellt, berichtete unlängst der Berliner "Tagesspiegel".

JPMorgan zahlte fast 20 Milliarden Dollar

Die fraglichen Finanzderivate gehören zu bestimmten Anlagepaketen (CDOs), die Banken aus einer Reihe von Anleihen schnüren und die im Zuge der Finanzkrise massiv in die Kritik geraten sind. Nach 2008 sind viele Anleger, die durch solche Geschäfte Millionen verloren haben, gegen die Banken vor Gericht gezogen. Sie warfen den Instituten vor, das mit den Kreditpaketen verbundene Risiko verschwiegen zu haben. JPMorgan hatte zuletzt wegen einer Reihe von Rechtsstreitigkeiten fast 20 Milliarden Dollar gezahlt. Die größte US-Bank verdiente zuletzt aber trotzdem wieder glänzend. Der Nettogewinn summierte sich im vierten Quartal auf 5,3 Milliarden Dollar.

 

(APA/Reuters)