Telekom-Beamte: Weniger Lohnplus, bessere Zulagen

Telekom Austria
Telekom AustriaClemens Fabry
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Der Konzern schafft erstmals einen getrennten Abschluss.

Wien. Im siebenten Anlauf hat es die Telekom Austria geschafft. Erstmals in der Geschichte des Unternehmens hat sie zwei unterschiedliche Gehaltsabschlüsse für die 5000 Beamten und die 4100 ASVG-Angestellten im Konzern durchgesetzt. Während sich die Angestellten auf ein Lohnplus von 2,4 Prozent und die Lehrlinge auf 2,6 Prozent freuen können, müssen sich die Beamten mit 1,55 Prozent mehr Gehalt zufriedengeben. In Summe gibt das Unternehmen einen „niedrigen zweistelligen Millionenbetrag“ für die Lohnrunde aus, sagte ein Konzernsprecher.

Aber das Unternehmen hat sich nur auf den ersten Blick gegen die Gewerkschaft durchgesetzt, die bis zuletzt eine Trennung in Beamte und ASVG-Mitarbeiter kategorisch abgelehnt hatte. Denn wie „Die Presse“ erfahren konnte, ist der Konzern seinen 5000 Beamten anderweitig ein großes Stück entgegengekommen. Zulagen, die 13 Jahre lang nicht erhöht wurden, werden in die Gehälter übertragen und so abgesichert. Mehr noch: Sie zählen für die Pension und steigen bei künftigen Lohnrunden nun automatisch mit. Ursprünglich hatte die Telekom eine „Nulllohnrunde“ (plus 0,7 Prozent) für die Beamten und das Ende dieser Zulagen gefordert, weil die Beamten aufgrund ihrer automatischen Biennalsprünge (rund fünf Prozent) eine steilere Gehaltskurve als die ASVG-Angestellten haben. Ein Beamter kostet die Telekom inklusive Lohnnebenkosten 65.000 Euro pro Jahr, ein ASVG-Angestellter im Schnitt nur 61.000 Euro.

„Trennung ist einmalige Sache“

Nachdem bei den Verhandlungen erst alle Zeichen auf Streik standen, geben sich nun beide Seiten zufrieden mit dem Ergebnis. Die Telekom verweist auf die Trennung der Gehaltsabschlüsse. Den Preis dafür, die Besserstellung der Zulagen, spielt sie herunter. Telekom-Betriebsratschef Walter Hotz wiederum ist überzeugt, das beste Ergebnis erzielt zu haben. Die Trennung sieht er weniger tragisch: „Für mich ist das eine einmalige Sache.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.01.2014)

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