Der Sieg der falschen Argumente

Es ist möglich, dass der Akademikerball 2014 der letzte in der Hofburg war. Denn so groß wie heuer war der Aufwand für den Schutz der Gäste noch nie.

Die halbe City wird – auch weil gewaltbereite Demonstranten erwartet werden – zur Sperrzone, es gilt Vermummungsverbot inklusive Taschenkontrolle. Ist es das wert, fragen derzeit nicht wenige. So viel Steuergeld für einen Abend? In Budgetloch-Zeiten?

Das Argument ist verständlich, aber trotzdem das falsche. Denn wer so redet, pickt allzu rasch ein Preisschild auf den Schutz von Grundrechten und eröffnet eine heikle Debatte: Was darf ein Event mit Risikopotenzial kosten? Welche Gesinnung, welcher Ball, welche Demo ist wie viel wert? Eine Demokratie, die Konflikte aushalten soll, kommt da schnell an ihre Grenzen. Davon zu trennen ist freilich die Frage, ob es überhaupt nötig ist, dass der Akademikerball in der Hofburg stattfindet. Ist es nicht. Denn bei dem Ball, der zwar offiziell ein FPÖ-Event ist, aber inhaltlich den WKR-Ball fortsetzt, treffen sich auch Menschen, die mit der NS-Vergangenheit „flirten“. So etwas steht einem symbolträchtigen Gebäude des offiziellen Österreich, in das nun auch das Parlament einzieht, schlecht. Dass die Betreibergesellschaft dies nicht sieht, verwundert. Immer wieder. Insofern wäre es kein Verlust, würde der Ball aus der Hofburg ausziehen. Es wäre nur schön, wenn das aus den richtigen Gründen passierte.

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