Prognose: 2014 werden die Insolvenzen weltweit um 1 Prozent sinken. Das Wirtschaftswachstum steigt um 3 Prozent an. Österreich ist eine der wenigen positiven Ausnahmen in Europa.
"Was global nach Entspannung aussieht, ist im Detail ein problematischer Befund", erklärt Ludwig Mertes, Vorstand der PRISMA Kreditversicherung. Während in Nordamerika und im asiatisch-pazifischen Raum die Insolvenzen merklich sinken, beobachtet man in Lateinamerika und in Europa den gegenläufigen Trend.
Österreich und Schweiz: positive Ausnahmen
2013 war die Wirtschaft in beiden Ländern auf dem Wachstumspfad, auch wenn die Wachstumsrate in Österreich auf 0,4 Prozent zurückging (+1,7 Prozent in der Schweiz). Ebenso ist die Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen in beiden Ländern positiv - in Österreich ergab sich im Gesamtjahr ein Rückgang von neun Prozent. Für 2014 erwarte man nochmals eine Senkung um vier Prozent. Die Schweiz profitiert von großen, exportstarken multinationalen Konzernen wie Nestlé. Inlandsnachfrage und Konsum sind robust. Man erwartet für 2014 rückläufige Insolvenzzahlen (-3 Prozent).
Frankreich und Deutschland
In Deutschland muss die Wirtschaft im Schnitt um 0,5 Prozent wachsen, um die Insolvenzzahlen zu stabilisieren; in Frankreich braucht es eine Wachstumsrate von einem Prozent. In Deutschland sollte sich der Abwärtstrend bei den Insolvenzen 2014 um weitere minus sechs Prozent fortsetzen. In Frankreich stiegen die Insolvenzen 2013 neuerlich um zwei Prozent. Für 2014 zeichnet sich nur ein geringfügiger Rückgang ab.
Südliches Europa
In Portugal sollten die Insolvenzzahlen 2013 zurückgehen (-7 Prozent), obwohl die Wirtschaft dieses Jahr ein weiteres Mal deutlich schrumpfen wird (-1,9 Prozent). Auch in Spanien dürften die Insolvenzzahlen 2013 niedriger ausfallen als vorhergesagt, dennoch ist der Anstieg der Insolvenzen weiterhin markant (+25 Prozent). In Griechenland steigen die Unternehmensinsolvenzen voraussichtlich das sechste Jahr in Folge (mit einem weiteren Anstieg um 10 Prozent), und das Land wird auch das sechste Rezessionsjahr verzeichnen (BIP-Prognose: -4,1 Prozent).
USA, China und Japan
In den USA ging die Zahl der Unternehmensinsolvenzen zurück (-11 Prozent). Für 2014 wird eine weitere Reduktion um sechs Prozent erwartet. In China sanken die Insolvenzen um 4%. Die laufende Neuausrichtung des Wachstums dürfte auf ein niedrigeres, aber nachhaltigeres Niveau 2014 führen. In Japan versucht die Regierung ein Wachstumsmodell zu etablieren, in dem der private Konsum als primärer Wachstumsmotor fungiert und nicht die Investitionen. Die japanische Wirtschaft sollte 2014 dank zunehmender Exporte auf dem Wachstumspfad bleibe.