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Ferguson: "Britischer Eintritt in Ersten Weltkrieg war größter Fehler"

Der britische Historiker Niall Ferguson.
Der britische Historiker Niall Ferguson.(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Die Briten hätten sich 1914 aus dem Krieg heraushalten sollen, sagt der britische Historiker Ferguson. Es habe keine direkte Bedrohung bestanden.

Großbritannien hätte mit einem deutschen Sieg im Ersten Weltkrieg leben können, sagt der britische Historiker Niall Ferguson. Die Briten hätten sich 1914 vielmehr aus dem Krieg heraushalten sollen, so der Professor. Er bezeichnet die britische Intervention daher in einem BBC-History-Interview sogar als "den größten Fehler der modernen Geschichte", wie die Tageszeitung "Guardian" berichtet.

Es habe keine direkte Bedrohung für Großbritannien bestanden, argumentiert Ferguson. Man hätte sich einem durch Deutschland dominierten Europa zu einem späteren Zeitpunkt stellen können, zu seinen eigenen Bedingungen. Stattdessen sei man unvorbereitet in eine Katastrophe geschlittert. "Großbritannien hätte tatsächlich mit einem deutschen Sieg leben können", sagt der Historiker. Es wäre im Interesse seines Landes gelegen, sich 1914 aus dem Konflikt herauszuhalten.

"Ein Rezept für schreckliche Verluste"

Der Harvard-Professor weist die Vorstellung zurück, dass Großbritannien 1914 zu dem Schritt gezwungen geworden sei, um die eigenen Grenzen und Häfen zu schützen. Er beruft sich dabei auf die Geschichte. Die Briten hätten genau diese Situation toleriert, als der Franzose Napoleon mit seiner Armee den europäischen Kontinent überrannt hatte. Damals hatte man sich auch nicht eingemischt.

"Eine Armee fast aus dem Nichts aufzubauen und dann in den Kampf gegen die Deutschen zu schicken, war ein Rezept für schreckliche Verluste", so Ferguson. Selbst wenn Deutschland Frankreich und Russland besiegt hätte, wäre es eine massive Herausforderung für diese neue Großmacht gewesen, seine Gebiete unter Kontrolle zu halten. Es wäre aus Sicht des Historikers auch deutlich schwächer als das Britische Empire gewesen.

>>> "Guardian"-Bericht

(Red.)