Nordkorea/Russland

Warum Kim Jong-un zu Putin fährt

Auch nach Hanoi fuhr Nordkoreas Diktator Kim Jong-un mit dem Zug. Diesmal geht es nach Wladiwostok.
Auch nach Hanoi fuhr Nordkoreas Diktator Kim Jong-un mit dem Zug. Diesmal geht es nach Wladiwostok. Reuters
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Der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un hat sich in den Zug gesetzt, um Russlands Präsidenten Putin in Wladiwostok zu treffen. Die beiden Parias brauchen einander.

Der Zug rollt, grün und gepanzert ist er. Er wird wohl noch bis Mittwoch rollen, von Pjöngjang bis nach Wladiwostok, wo der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un auf den russischen Machthaber Wladimir Putin treffen wird, wohl am Rande des östlichen Wirtschaftsgipfels am Pazifik. Der Kreml bestätigte den offiziellen Besuch Kims am Montag auf seiner Homepage. Es ist der erste Auslandsbesuch Kims seit April 2019. Auch da reiste er bereits nach Wladiwostok.

Seit Tagen war spekuliert worden, ob der Nordkoreaner beim Russen aufschlägt und einen Deal „Waffen gegen Lebensmittel“ verhandelt. Kim, dessen Regime sowohl die von Moskau besetzte Krim als auch Donezk und Luhansk als russisch anerkennt, kann sich am Pazifik als Retter in der Not inszenieren und zeigen, dass sein Land international nicht isoliert wäre. Doch auch Putin braucht den Mann, in dessen Waffenlagern sich noch etliches Material aus Sowjetzeiten findet. Russland, so sagen Beobachter, könnte von Nordkorea vor allem Artilleriegranaten und Raketen für seinen Krieg gegen die Ukraine kaufen. Nordkorea könnte hohe Preise einfordern und auf Militärtechnologie für Satelliten und U-Boote hoffen.

Für seine notorisch unterernährte Bevölkerung würde Pjöngjang wohl auch Getreide herauszuschlagen versuchen. Russland hat sich bereits erfolgreich im isolierten Iran umgeschaut, das seit Jahrzehnten mit westlichen Sanktionen zu leben weiß, nun ist offenbar Nordkorea dran. Die Paria-Staaten wissen sich untereinander zu unterstützen.

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