Geopolitik

Joe Biden zieht in Vietnam den Ring um China zusammen

Joe Biden mit Vietnams Vo Van Thuong und einer Ho-Chi-Minh-Büste.
Joe Biden mit Vietnams Vo Van Thuong und einer Ho-Chi-Minh-Büste.Reuters
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Der US-Präsident versuchte den früheren Erzfeind in seine Anti-China-Allianz einzuspannen. Peking verfolgte das mit Argwohn.

Ehe Joe Biden zum Rückflug aufbrach, um bei einem Zwischenstopp auf einem US-Militärstützpunkt in Alaska dem 22. Jahrestag des 9/11-Terrors zu gedenken, hatte er in Vietnam noch eine besondere Hommage zu absolvieren. Vor einem Denkmal John McCains in Hanoi würdigte er seinen vor fünf Jahren verstorbenen Freund und langjährigen republikanischen Senator. „Ich vermisse ihn“, sagte der US-Präsident über den ehemaligen Navy-Piloten, der während des Vietnam-Kriegs in Gefangenschaft geriet, fünf Jahre im berüchtigten Gefängnis mit dem Spitznamen „Hanoi Hilton“ ausharrte und dabei Folter und Selbstmordgedanken trotzte.

Biden ehrte das Andenken McCains an der Seite John Kerrys, des langjährigen Senators, Außenministers und nunmehrigen Klima-Sonderbotschafters, der als Kampfboot-Kapitän später zum Kriegsgegner mutierte. Drei Männer, drei Geschichten, ein Zugang zum ehemaligen Erzfeind Vietnam. Alle drei setzten sich für eine Normalisierung zu Vietnam ein. Im Jahr 2000 reiste schließlich Bill Clinton als erster US-Präsident in das südostasiatische Land, das Joe Biden zum Abschluss seines Asien-Trips jetzt zu einem „strategischen Partner“ aufwertete. „Vom Konflikt über die Normalisierung bis zum neuen Status“: Im Lauf von nicht einmal 50 Jahren, seit dem offiziellen Ende des Vietnamkriegs 1975, zog Biden einen „Bogen des Fortschritts“.

Joe Biden zollt Kohn McCain an dessen Denkmal in Hanoi Tribut.
Joe Biden zollt Kohn McCain an dessen Denkmal in Hanoi Tribut.AFP / Saul Loeb

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