Grasser: "Habe vier Jahre der Ehrabschneidung erlebt"

PK KARL HEINZ GRASSER
PK KARL HEINZ GRASSERAPA/ROLAND SCHLAGER
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Der Ex-Finanzminister erklärt im ORF, er sei vom Rechtsstaat "desillusioniert". Derzeit versuche er, sich "über Wasser zu halten".

Rund vier Jahre sind vergangen, seit die Staatsanwaltschaft gegen den ehemaligen Finanzminister Karl-Heinz Grasser erstmals Ermittlungen aufgenommen hat. In der ORF-Sendung „Am Schauplatz" zog er am Donnerstagabend Bilanz. Er sei vom Rechtsstaat „desillusioniert", sagte er. Immerhin habe er „vier Jahre der Ehrabschneidung" und „vier Jahre des Gesetzesbruches" erlebt.

Vor allem wirtschaftlich sei die Sache katastrophal. „Wenn du seit vier Jahren verfolgt wirst und mehr als vier Jahre deine ganzen Rechnungen zahlst, und es gibt keine Anklage, es gibt nix", dann könne man nicht erfolgreich arbeiten, beklagte er sich. Stattdessen müsse er „hunderttausende Euro" ausgeben, quasi zum „Privatvergnügen". Trotzdem werde weiter ermittelt, obwohl feststehe, dass man „Gesetz gegen mich gebrochen hat". „Da bist du ohnmächtig, da bist du fassungslos", so der ehemalige Minister.

Auf die Frage, womit er nun sein Geld verdiene, antwortete er: „Ich versuche mich halt über Wasser zu halten." Er habe das Glück, „früher ganz gut verdient zu haben". Dadurch habe er sich einen Polster angespart, den er nun aufbrauche.

Gegen Grasser wird in der Causa Buwog wegen des Verdachts der Korruption im Zusammenhang mit der Privatisierung der Bundeswohnungen ermittelt. Die Ermittler verfolgen seit Jahren die Spur einer geheimen Zehn-Millionen-Euro-Provision des siegreichen Bieters Immofinanz. Die Spur des Geldes führt über Zypern nach Liechtenstein und in die Schweiz. Weiters wird gegen Grasser ein Steuerverfahren geführt: Hier steht der Verdacht im Raum, er habe Millionen-Provisionen von Meinl über ein kompliziertes internationales Firmen- und Stiftungsnetzwerk gelenkt und in Österreich Steuern hinterzogen. Grasser selber bestreitet alle Vorwürfe.

>> „Am Schauplatz" im ORF

(APA/Red.)

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