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Der verkrampfte Kampf gegen Gas-Fracking

Markus Wallner
Markus WallnerAPA/DIETMAR STIPLOVSEK
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Die Technik ist für viele die "neue Atomkraft". Es gibt wenige Themen, bei denen sich die Fraktionen im Vorarlberger Landtag so einig sind, wie bei ihrem Kampf gegen Fracking.

Wien. Es gibt wenige Themen, bei denen sich die Fraktionen im Vorarlberger Landtag so einig sind, wie bei ihrem Kampf gegen Fracking. Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) und die Opposition überbieten sich dabei geradezu in ihrer Ablehnung der umstrittenen Fördertechnik von Schiefergas.

Doch was war eigentlich geschehen? In Deutschland gibt es mehrere Gebiete in der Nähe des Bodensees, wo nach Schiefergas gesucht werden darf. Operative Arbeiten sind nicht geplant, dennoch rief dies sofort die Vorarlberger Abwehrfront auf den Plan.

In Österreich ist das Thema Schiefergas ohnehin beendet. Den Plänen der OMV, zusammen mit der Montan-Uni Leoben an einem neuen – umweltverträglichen – Verfahren forschen zu wollen, wurde von der Politik im Sommer 2012 der Garaus gemacht. Man dürfe die Sorgen der Bürger nicht vom Tisch wischen, meinte Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) im Frühjahr 2012, als der Widerstand von Bürgerinitiativen im Weinviertel immer lauter wurde. Es müsse daher eine Umweltverträglichkeitsprüfung auch bereits bei Probebohrungen geben.

Nur wenige Monate später wurde die Forderung von Prölls Parteikollegen, Ex-Umweltminister Nikolaus Berlakovich, in eine Gesetzesnovelle gegossen. Schiefergasbohrungen, auch zu Forschungszwecken, sind seither in Österreich de facto unmöglich.

 

Kein brennendes Wasser

Doch wie gefährlich ist Fracking, bei dem mehrere tausend Meter unter der Oberfläche eine Mischung aus Wasser, Sand und Chemikalien ins Gestein gepresst wird, wirklich? Eindeutige Antwort darauf gibt es noch keine. Erfahrungswerte aus den USA zeigen, dass es vor allem davon abhängt, wie korrekt gearbeitet wird, ob es zu Problemen kommt. Eine große Studie der Umweltschutzbehörde EPA soll heuer fertig werden. Eines wurde von den US-Behörden aber schon klargestellt: Das brennende Leitungswasser, das durch den Film „Gasland“ berühmt wurde, hatte nichts mit Fracking zu tun. (jaz)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.02.2014)