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Akademikerball: Fischer für Ortswechsel

INTERVIEW MIT BUNDESPRAeSIDENT HEINZ FISCHER
Bundespräsident Heinz FischerAPA/HERBERT NEUBAUER
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Es wäre eine "weise Entscheidung", den Ball nicht mehr in der Hofburg abzuhalten, meint der Bundespräsident. Die FPÖ ist erzürnt: "Der Ball bleibt, wo er ist."

Bundespräsident Heinz Fischer hält einen „Neustart" des Akademikerballs an anderem Ort für „weise". Vorschreiben könne man das der FPÖ, die die Veranstaltung organisiert, nach den Regeln des Rechtsstaats aber nicht, betonte das Staatsoberhaupt am Sonntag im Interview mit der Austria-Presse-Agentur. Denn „es gibt keine Art von Bannmeile um die Amtsräume des Bundespräsidenten".

Die Diskussion über den Standort des umstrittenen Akademikerballs „hat nur wenig mit rechtlichen oder juristischen Kriterien zu tun", sagte Fischer. „Mir hat dieser frühere WKR-Ball und jetzige Akademikerball in der Vergangenheit auch oft Sorgen gemacht oder ein gewisses Unbehagen bereitet."

„Ich lehne jede Gewalt dieser Art ab"

Die betreffenden Räumlichkeiten der Hofburg würden „von einer GmbH verwaltet und vermietet, und diese Gesellschaft hat sich einerseits an Gesetze zu halten, andererseits an kaufmännische Überlegungen", erläuterte Fischer. „Aber sie kann nicht sagen: SPÖ, ÖVP und Grüne dürfen in der Hofburg Veranstaltungen abhalten, aber die Freiheitliche Partei darf der Präsidentschaftskanzlei nicht zu nahe kommen."

Zu den Ausschreitungen bei den Demonstrationen gegen den FPÖ-Ball fand Fischer „sieben klare Worte: Ich lehne jede Gewalt dieser Art ab." Er habe als Student an vielen Demonstrationen teilgenommen. „Aber Auslagenscheiben wahllos und sinnlos einzuschlagen oder Autos umzuschmeißen, das sind Gewaltszenen, die ich in Wien nicht sehen möchte." Die Sicherheitsbehörden stünden in solchen Situationen stets „im Kreuzfeuer von zwei entgegengesetzten Ausgangspositionen. Den einen ist die Polizei zu rigoros, den anderen zu wenig energisch."

Auf die Frage, welche Lehren es aus den Szenen in der Wiener Innenstadt zu ziehen gebe, meinte der Bundespräsident: „Wahr ist, dass der Ball und die Besucher des Balles ohne Gefährdungen und ohne Verletzungen davongekommen sind. Wahr ist aber andererseits, dass Auslagen und damit Geschäftsleute zu Schaden gekommen sind. Im Idealfall müsste man beides verhindern können."

FPÖ: „Akademikerball bleibt, wo er ist"

Die FPÖ reagierte am Sonntag gereizt auf Fischers Wunsch, die Veranstaltung im nächsten Jahr zu verlegen. Der „Akademikerball bleibt, wo er ist", betonte Generalsekretär Herbert Kickl in einer Aussendung: „Daran ändern auch die völlig unnötigen pseudomoralischen Fleißaufgaben des Bundespräsidenten nicht das Mindeste." Heinz Fischer schlage das „Pfauenrad der sozialistischen Scheinmoral" nur, wenn es gegen die FPÖ gehe.

(APA)