Neue Fed-Chefin: "Wir geben den Leuten wieder Arbeit"

File photo of Yellen, President Obama's nominee to lead the U.S. Federal Reserve, being sworn in to testify at her U.S. Senate Banking Committee confirmation hearing in Washington
File photo of Yellen, President Obama's nominee to lead the U.S. Federal Reserve, being sworn in to testify at her U.S. Senate Banking Committee confirmation hearing in WashingtonREUTERS
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Janet Yellen übernimmt heute von Ben Bernanke. Trotz Turbulenzen in den Schwellenländern erwarten Analysten vorerst keinen Kurswechsel. Denn Yellen hat mit ihrem Vorgänger schon lange gut zusammengearbeitet.

Am heutigen Montag ist es soweit: Die 67-Jährige Janet Yellen übernimmt von Ben Bernanke das Amt der US-Notenbankchefin und wird damit zu einer der mächtigsten Frauen der Welt. Ihre Worte können die Finanzmärkte weltweit erschüttern. Besonders die Schwellenländer werden vor ihren Entscheidungen zittern. Wer einen Kurswechsel erwartet, wird Experten zufolge enttäuscht. Denn unter der Führung von Yellen wird Fed nach Einschätzung der Bank-Analysten ihre expansive Geldpolitik ihres Vorgängers beibehalten und - genauso wie er - die Geldflut langsam bremsen.

Die begonnene Drosselung der Notenpresse sei "ein Zeichen für das Vertrauen in die amerikanische Konjunktur", sagte der Co-Vorstandschef der Deutschen Bank, Anshu Jain, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" am Wochenende. "Wir erwarten im ersten Quartal 2015 ein Ende der sehr lockeren Geldpolitik. Dann dürften die Zinsen wieder deutlich anziehen, vor allem im fünf- und zehnjährigen Bereich."

Gute Zusammenarbeit mit Bernanke

Bernankes Nachfolgerin war bisher seine Stellvertreterin. ernanke ist eine "Taube", Yellen ist eine "Taube". Das heißt: Sie riskieren lieber Inflation als steigende Arbeitslosigkeit, halten die Zinsen niedrig und drucken im Zweifelsfall einfach mehr Geld.

"Es wird keine Überraschungen für die Märkte geben", sagte Commerzbank-USA-Experte Christoph Balz der dpa in Frankfurt. Yellen sei schon seit Jahren an prominenter Stelle für die Zentralbank tätig und habe mit ihrem Vorgänger gut zusammengearbeitet. Er rechne damit, dass die US-Notenbank ihre monatlichen Käufe von langfristigen Staatsanleihen und Immobilienpapieren weiter schrittweise reduziert - trotz der Turbulenzen in den Schwellenländern. Investoren hatten das Notenbankgeld zum Großteil auch dazu genutzt, das Kapital in vielversprechenden Schwellenländern anzulegen. Mit der Reduzierung der Anleihekäufe setzte dort zuletzt eine Kapitalflucht ein, mehrere Landeswährungen etwa in der Türkei oder Brasilien gerieten unter Druck.

"Wir glauben, das die Fed sich von den Schwellenländern nicht beeinflussen lässt", sagte Balz. "Außer es kommt zu wirklich großen Marktverwerfungen, die auch die Finanzmärkte in den USA erschüttern." Jain betonte, die Entwicklung in den aufstrebenden Ländern sei keine Überraschung. "Auch in der Vergangenheit ist es regelmäßig zu Reaktionen an den dortigen Finanzmärkten gekommen, wenn die amerikanische Geldpolitik gestrafft wurde. Das passiert nun wieder." Gerade asiatische Länder würden heute aber über höhere Devisenreserven verfügen und seine daher besser gegen eine Krise gewappnet.

Anleihenkäufe reduziert

Die Fed hatte ihre Anleihekäufe in der vergangenen Woche zum zweiten Mal in Folge um zehn Milliarden US-Dollar reduziert. Die Leitzinsen sollen allerdings vorerst praktisch bei null bleiben - ihre Erhöhung ist an eine Verringerung der Arbeitslosigkeit in den USA gekoppelt.

Janet Yellen kam bereits 1977 erstmals zur Fed. Nach einem Ausflug in die akademische Welt holte der damalige Präsident Bill Clinton sie als Notenbankgouverneurin zurück, 1996 machte er sie dann zu seiner Top-Wirtschaftsberaterin im Weißen Haus. 2004 wurde Yellen Präsidentin der Zentralbank in San Francisco, 2010 nominierte Barack Obama sie zur Vize-Chefin der Fed.

(APA/dpa/Red.)

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