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Arbeitslosenzahlen: Hundstorfer sieht Wende erreicht

Sozialminister Rudolf Hundstorfer
Sozialminister Rudolf HundstorferAPA/ROLAND SCHLAGER
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Der Sozialminister sei "zutiefst überzeugt davon", dass es in einem Jahr weniger Arbeitslose geben wird und widerspricht den AMS-Prognosen.

Uneinigkeit zwischen AMS und Sozialministerium nach den neusesten Arbeitslosenzahlen: Sozialminister Rudolf Hundstorfer sieht nach dem neuerlichen massiven Anstieg bei den Arbeitslosenzahlen den Scheitelpunkt erreicht und ist "zutiefst überzeugt davon", dass es im Jänner 2015 weniger Arbeitslose geben wird als in diesem Jänner, sagte Hundstorfer am Montagabend in der "ZiB2". Er widersprach damit Prognosen des AMS, wonach die Arbeitslosenzahl weiter auf 470.000 steigen wird. Zudem hänge Österreich als Land, das sehr stark vom Export abhängig sei, vom Funktionieren der Weltwirtschaft ab. Hundstorfer kündigte im "Ö1-Morgenjournal" zudem an, dass die Regierung weitere 500 Millionen Euro an Zusatzmitteln ausgeben wolle, um die Konjunktur anzukurbeln.

Im vergangenen Monat waren fast 450.000 Menschen ohne Job, was einem Anstieg um 9,5 Prozent im Vergleich zum Jänner 2013 entspricht. Im ersten Monat des Jahres erreichen die Arbeitslosenzahlen saisonbedingt ihren Höchststand.

Als äußerst problematisch erachte er die Zahl der jungen Arbeitslosen. Deshalb müsse nach dem Pflichtschulabschluss eine Lehre oder eine weitere schulische Ausbildung angestrebt werden, so Hundstorfer. Dadurch sollte sich auch die Qualität der Leherstellensuchenden verbessern. In Österreich gebe es derzeit eine Lehrstellenlücke von etwa 3000 Jugendlichen.

AMS: Wende erst Mitte 2015

Hundstorfer sagte, dass die Entwicklung am Arbeitsmarkt zwar weiterhin "sehr zähflüssig" sein werde, "aber die wirkliche Steigerung haben wir nicht mehr". So sei die Arbeitslosenzahl allein am vergangenen Wochenende, mit dem Beginn der Semesterferien, wieder um 5.000 gesunken. "Ich glaube, dass der Jänner der höchste Monat der Belastung war", betonte der SPÖ-Politiker.

AMS-Vorstand Johannes Kopf sagte dagegen in der ZiB24, dass die Arbeitslosenzahlen noch weiter steigen werden. "Unsere Prognosen sprechen von einem Rückgang erst Mitte 2015." Zwar werde es durch die "Frühjahrsbelebung" einen Rückgang der Arbeitslosenzahlen um rund 100.000 Personen geben, doch werden die Zahlen jeweils über dem Vergleichsmonat des Vorjahres liegen. Die Politik könne aber mit entsprechenden Beschäftigungsmaßnahmen gegensteuern, sagte Kopf. "Wenn der Sozialminister davon ausgeht, dass es besser wird, nehme ich an, steht dahinter die Idee, dass da möglicherweise politisch noch gegengesteuert wird."

Im Online-Chat des "Standard" hat Kopf die Schulungen für Arbeitslose gegen Kritik verteidigt. Jährlich würden "weniger als 300.000" Menschen Schulungen besuchen. Das AMS wolle verhindern, dass lange Arbeitslosigkeit entstehe. Daher würden die Förderungen auf Suchende konzentriert, die schon länger als zumindest drei Monate ohne Job sind. Vier von fünf Schulungen seien "echte" Aus- und Weiterbildungen. 17 Prozent der Teilnehmer besuchen Berufsorientierungsmaßnahmen, 2 Prozent Trainingsmaßnahmen und 18 Prozent Bewerbungstrainings. Dass die Summe nicht 100 Prozent sei liege daran, dass manche Personen mehrere Angebote nützen.

Bonus-Malus-System früher

Die Arbeiterkammer (AK) OÖ tritt dafür ein, das geplante Bonus-Malus-System, mit dem ältere Personen im Job gehalten werden sollen, früher als geplant umzusetzen. Laut Regierungsprogramm sollten die neuen Abgaben bzw. Prämien erst 2017 in Kraft treten, so Präsident Johann Kalliauer in den Unterlagen zu einer Pressekonferenz am Dienstag in Linz. Er pocht zudem auf entsprechende finanzielle Anreize.

Es gelte aber noch einige Stolpersteine aus dem Weg zu räumen: Statt sich bei der geforderten Quote der über 55-jährigen Arbeitnehmer am jeweiligen Branchendurchschnitt zu orientieren, wäre aus Sicht der AK ein allgemeiner Zielwert die bessere Variante.

>> Bericht im "Ö1-Morgenjournal"

(APA)