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Google will Grippewellen vor Ausbruch erkennen

Fieberthermometer
Fieberthermometer(c) www.BilderBox.com (www.BilderBox.com)
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Google-Grippetrends sollen nahezu in Echtzeit über die aktuelle Verbreitung der Infektionskrankheit im Bundesgebiet informieren. Breitet sich die Influenza aus, häufen sich auch Anfragen mit entsprechenden Suchwörtern.

Wien. Es klingt logisch: Während der Grippezeit verzeichnet Google besonders viele Suchanfragen zur Grippe, während einer Hitzewelle hingegen informieren sich die User eher über die Behandlung eines Sonnenbrands. Bereits 2009 kündigte der Internetkonzern daher an, diese Suchanfragen für eine Art Frühwarnsystem bei Grippewellen nützen zu wollen.

Denn das Suchmodell könne aktuelle Trends bis zu zehn Tage früher erkennen und damit bei der Bekämpfung von zu erwartenden Grippewellen helfen. Das System ist vorerst mit Daten für neun EU-Länder – neben Österreich auch Belgien, Frankreich, Deutschland, die Niederlande, Polen, Spanien, Schweden und Ungarn – unter google.org/flutrends abzurufen.

Und so funktioniert das Modell: Google hat festgestellt, dass die Häufigkeit bestimmter Suchbegriffe ein Anhaltspunkt für die Häufigkeit von Grippefällen sein kann. Für die Grippetrends werden Daten der Google-Suche gesammelt und ausgewertet. Auf Grundlage der Ergebnisse wird die Häufigkeit von Grippefällen geschätzt. Was die aktuellen Auswertungen (bis Montag, 3. Februar) für Österreich betrifft, wird die Grippehäufigkeit in Wien als „hoch“ eingeschätzt, in der Steiermark und in Tirol als „mittel“ und in den restlichen Bundesländern als „niedrig“.

 

Schneller reagieren

Mit dem Frühwarnsystem kann es laut Google gelingen, Krankheiten früher zu behandeln. Immerhin gebe es jährlich Millionen Grippekranke und Hunderttausende von Grippetoten. Mit rascheren Voraussagen könnten Ärzte schneller reagieren und Leben retten.

Erstmals wurden Grippetrends von Google im November 2008 in den USA eingeführt, wo man Trends sieben bis zehn Tage früher habe erkennen können als mit den amtlichen Daten. Um das Modell auch in Europa zur Anwendung zu bringen, arbeitete Google mit dem in Stockholm angesiedelten Europäischen Zentrum für die Vorbeugung und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) zusammen. ECDC erhält wöchentlich Grippedaten von allen EU-Ländern. Außerdem gibt es die Möglichkeit für Suchanalysen von Google für Grippetrends in der Schweiz, Norwegen, der Ukraine und Japan sowie in Australien und Neuseeland. (kb)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.02.2014)