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riminalgeschichten, die auf wahren Begeben heiten beruhen, sind meist tragisch. Von TV-Se rien, die auf wahren Begebenheiten beruhen, erwarten wir aber nichts Tragisches. Wir rechnen schon damit, dass man uns Geschichten auftischt, die so unlogisch und fad sind, dass man sie schlechter nicht hätte erfinden können. Dieses Vorurteil wurde von "Medical Detectives" wieder einmal bestätigt, einer der zahlreichen Serien, wo es um die Aufklärung von Verbrechen geht. Da wird fotografiert und seziert, da füllen Ermittler Haar- und Speichelproben in Pipetten und finden raus, dass gar nicht der Vater die Familie ermordet hat, sondern ein Bekannter. Der Mörder, so heißt es, war nachlässig beim Verwischen der Spuren. Gäbe es die Wissenschaft nicht, hätte man ihn nie finden und hinrichten können.
Warum uns diese Geschichten kalt lassen? Vielleicht, weil man uns weismachen will, das Interessante daran sei das Spiel zwischen Mördern und Ermittlern, wo es um Verwischen und Auffinden von Spuren geht. Das ist aber in der Wirklichkeit meist fader als in der x-ten Wiederholung jeder "Columbo"-Folge. Dafür würden uns bei den wahren Begebenheiten die Beziehungen und die Vorgeschichten viel mehr interessieren. Doch auch die sind bei "Columbo" und Co. glaubwürdiger. Nächstes Mal, wenn man uns wahre Begebenheiten schildern will, schalten wir um.