[*] TV-Kritik Andersrum (Pro 7) Klischee allein ist zu wenig

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erzeit laufen im Fernsehen nur Filme, die man schon kennt. Oder solche, die man ohnehin nie sehen wollte. Kann zwar sein, dass wir uns das nur einbilden. Jedenfalls wichen wir am Dienstag auf eine TV-Produktion aus. Im konkreten Fall "Andersrum" mit Heiner Lauterbach, der auch Co-Regie geführt hat. Dort haben Leute Probleme, bei denen einem noch nie in den Sinn gekommen wäre, dass sie jemand haben könnte: Mark Keller, der laut Lauterbach so witzig einen Schwulen spielen kann, spielt einen Heterosexuellen, von dem aber alle glauben, er sei schwul, weil er sich so bewegt wie seine schwulen "Eltern", für die man beim Film "Ein Käfig voller Narren" Anleihe genommen hat.

Nun spielen zwar alle Schauspieler die Schwulen und Nicht-Schwulen durchaus klischeehaft und damit comedy-gerecht. Das Problem: Die Handlung ist einfach nicht besonders witzig. Ferdinands Traumfrau glaubt, er sei wirklich schwul, und will ihn nicht. Schriftsteller Toni (Lauterbach) soll Ferdinand beibringen, wie man männlich auftritt. Ein Macho lehrt einen Möchtegern-Macho. Das reicht für eine (müde) Pointe, nicht aber für eineinhalb Stunden. Wir haben trotzdem durchgehalten. Und dabei überlegt, ob wir uns für alle Fälle "Ein Käfig voller Narren" ausborgen sollten. Obwohl wir es schon kennen. Weil es klischeehaft und trotzdem witzig ist.

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