[*] TV-Kritik Kreuz & quer (ORF) Drei Geschichten ohne Moral

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aren arrangierte Ehen glücklicher? Und ist Liebe nur Liebe zu einer Person oder eigent lich zum Ganzen, quasi Stückwerk göttlicher Liebe? - Das in einer Stunde auch nur anzudiskutieren, wenn man noch drei Geschichten über (gescheiterte) Beziehungen erzählen will, war ein bisschen viel verlangt: Die Rechtsanwältin, die Psychotherapeutin und der Landpfarrer bekamen in der "Kreuz und quer"-Diskussion am Dienstag nicht einmal genug Zeit, um Fragen aufzuwerfen. Schade eigentlich.

Andererseits blieben so die drei Beiträge unkommentiert. Und das war gut, zumal sie sich ohnehin jeder Moral von der Geschicht sperrten. Keine Fälle, wo der Zuschauer beruhigt denken kann: "Eh klar, dass das nicht gut gehen konnte." Kein Patentrezept, wie man es besser hätte machen können. Kein Grund, warum das nicht jedem passieren kann: Sympathische Leute, irgendwann langweilte sich die Frau, der gutmütige Mann kämpfte zu wenig um sie, jetzt sind sie getrennt, aber Freunde. Am Schluss dann eine Geschichte mit Happy End: Das Paar wollte sich schon trennen, dann blieben sie doch zusammen. Wegen des Kindes. "Das Kind war nicht der Grund, aber es hat uns davor bewahrt, uns zu leichtfertig zu trennen." Allen Unkenrufen ("Kinder können keine Ehen retten") zum Trotz funktionierte es in diesem Fall schon. Das ist sympathischer als jedes Patentrezept.

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