Frau, Wesen und Unwesen

S
o leicht haben es die Männer ja nicht mit uns. Einmal! Darf man es sagen. Nur einmal! Sonst glauben die Herren der Schöpfung gleich, sie können sich wieder - wie früher - alles erlauben. Tun sie sowieso. In Wahrheit. Aber dürfen tun sie nicht!

Genauer: Die Feschen, Netten, Wohlhabenden dürfen natürlich mehr als die Schiachen, Uncharmanten, Armen. Dies gilt allerdings für die Männer genauso wie für die Frauen. Nur: Merket, ihr Hosenträger! Die Frau ist immer das Opfer. Das war seit alters her so.

Zum Beispiel die Hexenprozesse: Kann man heute im Vestibül des Burgtheaters verfolgen ("Böse Erbsen", 20.30h, 51444-4440) - oder im MQ bei der heiligen Johanna ("Dónde estaré esta noche?" aus Mexiko). Die komödiantische Variante des Hexentums ist in den Kammerspielen zu erleben: Attraktive Lady (Christine Ostermayer) verdreht zwei alten Herren (Otto Schenk, Gideon Singer) den Kopf: "Eine Bank in der Sonne" (20h, 42700-300). Die tödlich gefährliche Schöne: "Poppea" im Schauspielhaus (20h; 317-01-01). Die Frau als Beute: Schnitzlers "Fräulein Else" im Akademietheater (mit Dorothee Hartinger). Die Frau als missbrauchte Verführerin: Strindbergs "Fräulein Julie" (Ensembletheater; 535-32-00). Die Revolutionärin, besonders bedrohlich: "Die rote Rosa" (Luxemburg; Theater in der Drachengasse, 513-14-44). Wie man die Sache aber auch immer dreht und wendet, am Ende kommen immer Prinzessinnendramen (VT) heraus. Und ganz am Schluss: "Präsidentinnen" (Werner Schwab, Theater Brett).

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