Sorry, Angelina, mit mir nicht!

W
enn man dieser Tage Nachrichten schaut, kommt es vor, dass der sonst so nüchterne An chorman plötzlich lüstern in die Kamera schaut, die Nasenflügel bläht und zu seiner Kollegin von der Kultur gewandt sagt: "Von dieser Frau würden sich Männer sogar erschießen lassen." Gemeint ist natürlich Angelina Jolie, die derzeit mit Brad Pitt in einem Unding von Film ("Mr. & Mrs. Smith") im Kino zu sehen ist. Widerspruch, Herr Moderator: Ich würde mich von der umwerfenden Angelina nicht nur nicht abknallen lassen. An meiner Bettkante wäre für sie Schluss. Mein - wohl ziemlich gefahrloses - Ehrenwort darauf!

Nachdem ich so der Spezies Mann die Würde zurückgegeben habe (es wäre sonst der völlig unzutreffende Eindruck entstanden, Frau Jolie könnte nach Belieben über die männliche Erdbevölkerung verfügen), kraxeln wir dann doch noch über die Kante in ein Bett hinein. Dort lässt Ewan McGregor im verstörend-düsteren Kriminaldrama "Young Adam" als gescheiterter Schriftsteller wenig anbrennen, vernascht Frau um Frau (darunter Tilda Swinton, bei der ich nichts beschwören würde) und verstrickt sich in Zeitlupe im eigenen Schicksal.

Alles andere als gescheitert ist dagegen der junge österreichische Autor Daniel Kehlmann, dessen toller Roman "Die Vermessung der Welt" im September erscheint. Alexander von Humboldt und Carl Friedrich Gauß leben darin ihr berühmtes Leben voller Ironie und Weisheit bis sie letztlich trotz allem Genie an ihre Grenzen stoßen - und sich der Kreis schließt: auch bei Humboldt wäre Angelina glatt abgeblitzt.

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