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Anleihe soll Volksbank-ÖVAG retten

ARCHIVBILD: VOLKSBANKEN AG (�VAG)
(c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)
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Nach der Hypo Alpe Adria zeichnen sich auch beim Volksbanken-Institut ÖVAG Probleme ab. Weil der Staat kein Geld mehr zuschießen will, dürfte die Causa mit Anleihen gelöst werden.

Wien. Die Hypo Alpe Adria ist in aller Munde, doch auch beim Volksbanken-Spitzeninstitut ÖVAG läuft nicht alles reibungslos. Bis Ende Jänner hätte die Finanzmarktaufsicht (FMA) die Überprüfung der ÖVAG-Geschäfte abschließen sollen. Doch der Zeitplan konnte nicht eingehalten werden. In Volksbank-Kreisen heißt es, die Aufsicht habe zusätzliche Unterlagen angefordert. „Wir prüfen noch, ob die ÖVAG eine Kapitallücke hat“, so die FMA. Wie lange das dauert, lässt sich nicht abschätzen.

Laut „Presse“-Informationen wird hinter den Kulissen alles versucht, damit der Staat nicht erneut zum Handkuss kommt. Doch das dürfte nicht einfach werden. Denn die ÖVAG hat im Vorjahr einen Verlust von 200 Millionen Euro geschrieben. Die genauen Zahlen sollen bei der Bilanzpräsentation Anfang April bekannt gegeben werden. Das Volksbanken-Spitzeninstitut musste im Frühjahr 2012 mit der Teilverstaatlichung vor der Pleite gerettet werden.

Die Bank erhielt vom Bund schon eine Milliarde Euro. Davon sind 700 Millionen Euro durch einen Kapitalschnitt weg. Es ist unwahrscheinlich, dass der Steuerzahler den Rest zurückbekommt.

 

Suche nach Alternativen

Brisant ist, dass die ÖVAG zu jenen sechs österreichischen Großbanken gehört, die künftig nicht mehr von der österreichischen Finanzaufsicht, sondern von der Europäischen Zentralbank (EZB) kontrolliert werden. Bevor die EZB aber die Aufsichtsagenden übernimmt, müssen sich alle Großbanken heuer einem strengen Stresstest unterziehen.

Die ÖVAG ist bereits bei vergangenen Tests durchgefallen. Wie sie die EZB-Prüfung bestehen soll, ist unklar. Bereits Ende 2013 teilte das Volksbanken-Institut mit, dass es möglicherweise wieder Geld brauchen wird. Doch Finanzminister Michael Spindelegger (ÖVP) machte bereits klar, dass er kein Kapital mehr lockermachen will. Daher wird nun fieberhaft nach Alternativen gesucht.

FMA-Vorstand Klaus Kumpfmüller meinte jüngst, dass es bei der ÖVAG die Möglichkeit gebe, auf den Finanzmärkten nachrangige Anleihen aufzunehmen. Was bedeutet das? Nachrangige Anleihen sind Schuldverschreibungen, für die Banken und Unternehmen mit ihrem Kapitalvermögen einstehen. Bei diesen Anleihen verzichten die Inhaber darauf, im Insolvenzfall als vorrangige Gläubiger behandelt zu werden. Dafür bekommen sie höhere Zinsen.

Wer solche ÖVAG-Anleihen kaufen will, muss sich aber keine Sorgen machen. Denn es gibt in Österreich noch immer keine gesetzlichen Regelungen über die Abwicklung von Großbanken. Ein solches Gesetz haben SPÖ und ÖVP schon Ende 2009 nach der Verstaatlichung der Hypo Alpe Adria versprochen.

Und weil die Hypo Alpe Adria nicht in die Insolvenz geschickt wird, bleibt Österreich auch das Volksbanken-Institut erhalten. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat im Frühjahr 2012 die ÖVAG-Rettung verteidigt. Eine Pleite des Volksbanken-Instituts hätte seinen Angaben zufolge 13 Milliarden Euro gekostet.

Ein Problem bei der ÖVAG ist Rumänien. Zuletzt kam die Volksbank Romania mit 1300 Mitarbeitern auf ein Geschäftsvolumen von 3,5 Milliarden Euro. Die faulen Kredite lagen bei 1,2 Milliarden Euro. Laut EU-Beschluss muss die Rumänien-Tochter in den nächsten Jahren veräußert werden. Doch wer diese kaufen soll, ist unklar.

 

Bereinigungen in Malta

Die ÖVAG ist gerade dabei, ihre Malta-Tochter zu veräußern. Die „Times of Malta“ schreibt, dass es anfangs 130 mögliche Interessenten gegeben haben soll. Davon sollen zwei übrig geblieben sein.

Über Malta hat die ÖVAG in der Vergangenheit zahlreiche internationale Kreditgeschäfte abgewickelt. Um die Tochter verkaufen zu können, wurde das internationale Geschäft aus Malta abgezogen. Das hatte zur Folge, dass die Bilanzsumme der Volksbank Malta von einer Milliarde Euro auf 211 Millionen Euro gesunken ist.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.02.2014)