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ushi sei mega-out, sagt mir der Zeitgeist-Spezia list. Es wird aber doch immer noch oft gegessen. Vielleicht ist es so wie mit dem Schnitzel. Die Esser wissen nichts vom Outsein. Oder es ist ihnen wurscht. Sushi für Anfänger heißt ein amüsanter Roman von Marian Keyes (Heyne): Tough Business und Liebesaffären junger Menschen. War doch gar nicht so ungetrübt damals. Hat man schon glatt vergessen. Ferner erfährt man einiges über den wüsten Konkurrenzkampf bei Frauenzeitschriften - und über die Einführung von kaltem Fisch mit Kren in Irland.
Der Schauspieler und Komödiant Otto Tausig hat seine Lebensgeschichte geschrieben unter dem Titel Kasperl, Kummerl, Jud (Mandelbaum-Verlag): Aufgewachsen in einem Wiener Arbeiterbezirk, Flucht nach England mit 16, Theater-Wiederaufbau in Wien u. a. an der Scala, Umwege, Neuanfänge bis zum humanitären Engagement in späten Jahren. Tausig ist heute in Leporellos Kellergwölb zu Gast (9. Liechtensteinstr. 17, 19.30h) und am 17. 4. um 11 Uhr in der Spielbar des Volkstheaters. Ein Buch, das einen fasziniert und verfolgt wie ein Schatten: Totenjäger von Leo Katz (Rimbaud) handelt von der Judenverfolgung in einem kleinen Dorf seiner Heimat, der Bukowina. Ottwald John liest aus dem Werk heute in der Gesellschaft für Literatur (1. Herrengasse 5, 19h, Tel. 533-81-59).
Zu schwer, zu traurig, zu städtisch? Als Grün-Alternative: Vielleicht ein Spaziergang im Türkenschanzpark oder auf der Perchtoldsdorfer Heide, anschließend Heuriger (Kinderwurth, Sonnbergstraße 1).