Kleider machen Leute - oder nicht

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in Leser, Nobel-Hotelier, schreibt, es störe ihn das schlecht und schlampig angezogene Publi kum im Theater und in der Oper. Recht hat er, der Mann. Vor allem Besitzer von Bauch und anderen üppigen Rundungen sollten auf kleidsame Hüllen achten. Kultur und Kultus sind verwandt. Shorts in der Kirche? Nein! Eben. Da mag die Frühlings-Kollektion von Palmers noch so hübsch sein, die Sehnsucht nach Abwerfen von Winter-Ballast noch so groß.

Zu streng sollte man aber auch nicht sein. Gerade die Kunst geizt ja nicht mit nackten Tatsachen. Und es ist keineswegs so, dass sich deren Message stets enthüllt. Und schön schauen sie auch nicht immer aus. Was steckt im (nackten) Körper? Was sagt er aus über Geschlechter-, Macht-Verhältnisse, Voyeurismus? Das kann man im Essl-Museum Klosterneuburg erkunden, bei einer Ausstellung der Medien-Künstlerin Valie Export (bis 10. 4.). "Haut//Tattoo & Taboo" heißt eine Aufführung des Theater ohne Grenzen in der TogBox (Zieglergasse 34a): eine Kulturgeschichte der Körper-Bemalung wird hier erzählt (20h, Tel. 402-57-10). Ein Fest der Sinne feiert man beim Gehörlosen-Festival im Theater des Augenblicks (18. Edelhofgasse 10, heute, 20 Uhr: Visualisierung poetischer Texte von Nick Olcott, USA).

Am kommenden Freitag wird im Akademietheater Elfriede Jelineks "Babel" uraufgeführt: "Titten und Mösen machen jetzt Geschichte, und jeder beeilt sich, dort reinzukommen, egal, wie viele schon dort waren." Da ziehen Sie sich am besten warm an.

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