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Hypo-Vorstandschef: "Wirkliche Problemkredite von 8,5 Mrd. Euro"

Chef der maroden Staatsbank Hypo Alpe Adria, Alexander Picker
Chef der maroden Staatsbank Hypo Alpe Adria, Alexander PickerHypo Alpe-Adria-Bank Internation
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Die konkreten Abwicklungskosten werde man erst in zehn Jahren kennen, sagt Alexander Pirker. Derzeit gebe es einfach "zu viele Variablen".

Die Republik Österreich muss für die Abwicklung der früheren Kärntner Landesbank Hypo Alpe Adria voraussichtlich Milliarden hinlegen. Wie hoch die Kosten dafür konkret sein werden, konnte der lange gesuchte und immer noch neue Chef der maroden Staatsbank Hypo Alpe Adria, Alexander Picker, nicht sagen. Eine Spanne könne seriöserweise erst beziffert werden, wenn die Details zur nun gewählten Anstaltslösung ohne heimische Großbanken ausgearbeitet seien. "Eine endgültige Zahl gibt es in zehn Jahren", so Picker in Ö1.

Die Details zur Anstaltslösung würden aber zeitnah fixiert, so Picker im "Mittagsjournal". 19 Mrd. Euro seien zu viel. Die "wirklichen Problemkredite" beliefen sich auf 8,5 Mrd. Euro. "Wie viel Verlust bleibt, ist unklar. Das einer bleibt, ist aber schon fix", so der Hypo-Chef. Derzeit gebe es einfach noch "zu viele Variablen" um eine seriöse Verlustrechnung anzustellen. Einen Konkurs könne man im Kapitalismus nie ausschließen, sagte Picker weiter. Es gelte aber der Bundesregierung sowie der Hypo-Task-Force und deren Vorschlägen zu vertrauen - im Sinne der günstigsten Lösung für die Steuerzahler.

Verhandlungen mit Kärnten über Provision

Im Gegensatz zum Steuerzahler zählt das Land Kärnten zu den Profiteuren einer Anstaltslösung, weil es noch „Haftungsprovision“ für eine Haftung erhält, die es nie einlösen kann.  Laut einem Rechnungshofbericht vom Jänner 2014 zum Thema Haftungsprovisionen beläuft sich der Gesamtbetrag an Provisionen von Ende 2009 bis zum Auslaufen der Haftungen im Jahr 2017 auf 65,45 Mio. Euro. Zwischen 1997 und 2010 bekam das Land laut den Prüfern insgesamt 140 Mio. Euro an Provisionen für Hypo-Haftungen.

Laut APA-Informationen gibt es im Bund nun konkrete Begehrlichkeiten nach einer stärkeren Beteiligung Kärntens an den immensen Kosten. SP-Landesfinanzreferentin Gabriele Schaunig (SPÖ) kündigte am Donnerstag auf APA-Anfrage Verhandlungen über die Haftungsprovisionen an.

>> Bericht im "Ö1-Journal"

(APA)