Schreckliche, schöne Kindheit

I
ch muss fort von euch. Ich langweile mich. Das einzig Schöne in meinem Leben ist unsere große Terrasse. Wenn ich hinunterblicke, möchte ich über das Geländer springen und spüren, wie es ist: der schneidende Wind und das Aufprallen auf dem Hof." Mit diesen Worten teilt der 11-jährige Luc Bondy seinen Eltern mit, dass er sie zu verlassen gedenkt. Große Regisseure schreiben oft peinliche Bücher und noch peinlicher sind jene, die ihnen gewidmet werden. Dieses schmale Buch ist anders. In einem erschütternd leichten Ton eilt es dahin, lakonisch, skizzenhaft, und doch genau, umrundet es den übermächtigen Vater, die Jahre im Internat, gefährdete Freundschaften, Don-Juanismus und den Schatten des Todes. Und wenn man fertig ist, möchte man wieder von vorn anfangen: Luc Bondy Meine Dibbuks (Zsolnay-Verlag). Die passende Lektüre für Schlaflose, die von ihrer Kindheit nicht lassen können.

Eigentlich beginnt ja jetzt für die Kids die schönste Zeit. Der Winter ist noch frisch, Rodeln, Skifahren, Schneemann bauen, Wunschzettel, Backen usw. Heute hat man zum Beispiel die Wahl zwischen dem Lesofantenfest (Andersens Schneekönigin, Don Quijote [*] 4000-12161) und kaiserlichen Weihnachtsvorbereitungen im Kindermuseum Schloss Schönbrunn (Kinderführungen, [*] 811-13-239). Bei "A Christmas Carol" von Charles Dickens über den Geizhals Scrooge im International Theatre kann man sich schon einstimmen auf Oliver Twist, die Roman-Polanski-Verfilmung läuft am 22. Dezember in Österreich an.

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