Plastik, Draht und rote Mütze

J
a, der Sparefroh (Z) war mein Liebling! Und nicht nur meiner. Sorry, Erste Bank. Sie bestreitet die Ausstellung "Spar dir was! Vom Begehren zum    Vermehren" im Volkskunde-Museum aus ihrer Sammlung (bis 30. 10.). Aber wer weiß, wenn es den Sparefroh nicht gegeben hätte, der mich veranlasste, von meinen damals 10 oder 20 Schilling die Woche das ein oder andere Gröschlein in die Büchse zu tun, ob ich jemals ein fleißiger Sparer geworden wäre?

Und jetzt? Lassen wir das lieber. Vielleicht bin ich ja "flüssiger" geworden, vielleicht aber schwinden die Euro auch schneller als die Schillinge. Und so ein Kind ist ja überhaupt eine Sparkasse. Aber auch die Beschäftigung mit Kunst ist dem Haushälterischen womöglich nicht gerade förderlich. Literatur, Film, Theater scheinen oft von Menschen zu handeln, die nichts zu tun haben - oder deren Broterwerb eher peripher abgehandelt wird. Wie zum Beispiel bei den zwei Pensionisten (Otto Schenk, Gideon Singer), die heute in den Kammerspielen von einer schillernden Ex-Schauspielerin (Christine Ostermayer) überrollt werden ("Eine Bank in der Sonne"). Oder die zwei Gentlemen, die im Akademietheater lieber miteinander ziehen würden als mit den jungen Frauen, die sie zum Zwecke der finanziellen Sanierung umgarnen ("Bunbury", Wilde/Elfriede Jelinek). Um Geld, das verschwand, geht es wiederum in "Vipère au poing" (Viper in der Faust), dem letzten Film von Philippe de Broca (1933-2004), bei der Filmwoche Frankreich im Burg-Kino (20.30h): Familiensaga, zwanziger Jahre.

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.