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Russisches Roulette in Sotschi

Sportliche Großereignisse, die Milliarden verschlingen, werden von den Veranstaltern in der Regel mit „volkswirtschaftlichem Nutzen“ argumentiert.

Sportliche Großereignisse, die Milliarden verschlingen, werden von den Veranstaltern in der Regel mit „volkswirtschaftlichem Nutzen“ argumentiert. Eine Ski-WM in Österreich rechnet sich, weil sie ja die Bilder unserer schönen Alpenlandschaft in die weite Welt hinausträgt und Touristen in Scharen anlockt. Das hieß es auch bei der Fußball-EM 2008. Geblieben sind Spesen – und ein Mahnmal in Form des Klagenfurter Fußballstadions. Die Veranstalter der Winterspiele in Sotschi argumentieren natürlich ebenfalls mit der Umwegrentabilität.

Nur ist ihr Wirtschaftsmärchen nicht so idyllisch wie hierzulande. Keine – wenn auch retuschierten – Tiefschneehänge, kein Winter Wonderland. In Sotschi folgt den Spielen das Spiel. Das Glücksspiel. Die Hotelstadt Gorki Village soll nämlich nach Olympia zu einer riesigen Spielhölle umfunktioniert werden. Ein Las Vegas in den russischen Bergen ist geplant, und der österreichische Glücksspielkonzern Novomatic will dabei groß mitspielen. Schon jetzt weisen die Hotels fensterlose Lobbys auf. Schließlich sollen die Gambler später nicht durch Berge, Schnee und Natur gestört werden. Klingt nicht so idyllisch, eher trostlos. Könnte sich aber rechnen.

E-Mails an: gerhard.hofer@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.02.2014)