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uf metrosexuell folgt retrosexuell, zu gut altfe ministinnendeutsch, die Rückkehr des Machis mo: Männer dürfen wieder zum Abwatschen sein, erklärt mir die junge Kollegin. Vielleicht hat das ja schon jemand wörtlich genommen, denn der junge Kollege hat sich mit einem zerstörten Ohrläppchen zum Doktor verfügt. Das Kind hört mit seinem neuen iPod die Lieder der deutschen Popband Tokio Hotel ("Schrei so laut du kannst!") und quittiert John Lennons Imagine im Radio mit der Bemerkung: "Das ist urfad!" So, jetzt haben wir die Schnurren der Jugend abgehandelt und wollen uns einem anständigen Erwachsenenprogramm zuwenden: Akademietheater - Gert Jonkes Versunkene Kathedrale, man kann dieses skurrile, witzige Drama über junge Alte und alte Junge, eine gruselige Sage sowie Kapriolen, Katastrophen der Natur nicht genug loben (Sa.). Aber auch Bernhards Der Ignorant und der Wahnsinnige mit Joachim Bißmeier in der Josefstadt ist sehenswert (So.). Da ich beides schon kenne, würde ich Hader muss weg im Audi-Max der Uni Wien wählen (Sa./So. 20h). Oder heim.at (Alfred Dorfer, So., 19.30, MQ).
Lufthungrige lassen sich im Lainzer Tiergarten annieseln - oder im Augarten. Déjà-vu heißt die Ausstellung im Augarten-Atelier: Sie handelt vom geheimnisvollen Effekt gleichen Namens sowie seiner Umsetzung in der Kunst - und wirkt äußerst kulinarisch. Das gilt wohl auch für René Clairs surrealistisches Stummfilm-Meisterwerk Un chapeau de paille d'Italie (Labiche; 1927; Filmmuseum, Sa., 18.30h).