Als Mündel hat man es heutzutage auch nicht mehr leicht: Erst hat man ihnen schwindlige Immobilienzertifikate und -aktien in ihre Depots gemixt. Und jetzt stellt sich heraus, dass auf Fonds das Prädikat „mündelsicher“ pickt, in denen ausgerechnet Anleihen der Hypo Alpe Adria liegen. Das nennt man nun wirklich einen guten Griff. Ganz ohne Witz, denn unser Finanzminister ist im Verein mit seinen Hypo-Kapazundern von Notenbank und Taskforce ja relativ wild entschlossen, uns alle für den finanziellen Hasard der Kärntner Freiheitlichen blechen zu lassen.
Die armen Mündel können also, obwohl vielleicht Hypo Alpe Adria auf ihren Depotauszügen steht, relativ beruhigt sein. Aber wieso fällt einem in dieser Causa weniger das Mündel als vielmehr der Vormund ein? Jener nämlich, den so mancher Provinzpolitiker zwecks Selbstschutzes ganz bitter nötig hätte.
Wie etwa jener Herr Leyroutz, der gestern per Aussendung in bewegenden Worten einen „nationalen Schulterschluss gegen Kärnten-Bashing“ und einen „gemeinsamen Schutz für den Kärntner Zukunftsfonds“ verlangt hat. Ins Verständliche übersetzt: Hände falten, Gosch'n halten – und die Beute unangetastet lassen. Alle sollen zahlen, nur die Verursacher nicht.
Witzig ist das nicht. Und wenn immer mehr Leuten die Wörter „nasser Fetzen“ und „Kärntner Landespolitiker“ in einem Atemzug einfallen, dann hat das wohl sehr viel mit solchen Leuten zu tun.
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.02.2014)