Facebook kauft WhatsApp um 19 Milliarden Dollar

Facebook-Chef Mark Zuckerberg
Facebook-Chef Mark ZuckerbergReuters

WhatsApp ist gerade dabei SMS zu ersetzen und soll die Zukunft des größten Social Networks der Welt sichern.

Facebook kauft in einem überraschenden Deal die einzige Online-Kommunikations-Firma, die schneller wächst als Facebook selbst. Die Übernahme soll die Zukunft des größten Social Networks sichern, bei dem die Nutzerzahlen zu stagnieren beginnen. Das war dem Konzern mehr wert als Google, Microsoft, Apple oder eine andere IT-Firma jemals für eine Übernahme bezahlt hat: Facebook legt vier Milliarden Dollar in bar und 12 Milliarden Dollar in eigenen Aktien auf den Tisch, wie das US-Unternehmen am Mittwoch ankündigte. Später sollen weitere drei Milliarden Dollar in der Form von Aktien an die Gründer und Mitarbeiter fließen. Insgesamt ergibt das eine stattliche Summe von 19 Milliarden Dollar. Es ist die größte Übernahme Facebooks seit dem Kauf der Foto-App Instagram 2012. Damals belief sich der Preis auf eine Milliarde Dollar. Die teuerste Übernahme von Microsoft war Skype, für das 2011 8,5 Milliarden Dollar bezahlt wurden. 

Warum Facebook 19 Milliarden Dollar bezahlt:

(c) Facebook

Laut Facebook soll WhatsApp - wie bereits Instagram  - weiter als getrenntes Unternehmen geführt werden. Die Nachricht, dass es keine Werbung geben solle, enttäuschte die Analysten und ließ die Aktie nachbörslich um drei Prozent sinken. Bei der Übernahme geht es Zuckerberg nicht um zusätzliche Erlöse. Es geht um Wachstum. In den USA und in Westeuropa ist der Gipfel bei Facebook erreicht und die Nutzerzahlen stagnieren. Besonders bei jungen Nutzern soll das Netzwerk nicht mehr so beliebt sein. Sie weichen auf Apps wie WhatsApp aus. Zudem erreicht die Zahl der über WhatsApp verschickten Nachrichten bereits fast die Zahl der verschickten SMS. 

WhatsApp: 450 Millionen Nutzer

Über die Smartphone-App können Nutzer miteinander Textnachrichten, Audiodateien oder Fotos austauschen. Das Netzwerk hat mehr als 450 Millionen Nutzer, 70 Prozent davon schauen täglich vorbei. "WhatsApp ist auf dem Weg, eine Milliarde Leute miteinander zu verbinden", erklärte Facebook-Chef und -Gründer Mark Zuckerberg. Deshalb sei der Dienst so wertvoll. Zudem leben die meisten WhatsApp-Nutzer außerhalb der USA und die App wird auf nahezu jeder mobilen Plattform genutzt. Das bedeutet für Facebook auch ein starkes Standbein für Wachstumsmärkte in Europa und Asien. Facebook selbst kommt auf mehr als 1,2 Milliarden Nutzer. 

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(sg)