Markus Frick hatte durch Empfehlungen den Kurs von drei kaum bekannten Papieren nach oben getrieben. Dafür hatte er von Hintermännern Geld kassiert.
Das Landgericht Frankfurt hat den früheren Börsejournalisten Markus Frick, der seit Jänner 2013 in Untersuchungshaft sitzt, wegen vorsätzlicher Marktmanipulation zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sieben Monaten verurteilt. Damit fiel die Strafe höher als von der Staatsanwaltschaft gefordert aus, die lediglich eine Freiheitsstrafe von lediglich zwei Jahren und drei Monaten gefordert hatte, berichtet "Spiegel-Online".
Mit dem Urteil sah es das Gericht als erwiesen an, dass "Börsen-Guru" Frick im Jahr 2012 mit Hilfe von Empfehlungen die Kurse von drei zuvor kaum bekannten Wertpapieren gezielt in die Höhe getrieben und dafür Geld von Hintermännern angenommen hat.
Börsendienst gegründet
Frick hatte gestanden, dass er von den Männern 1,9 Mio. Euro in bar für die Empfehlung von Anteilsscheinen des französischen Shopping-Portals Letsbuyit, der britischen Social-Gaming-Schmiede Venatus Interactive sowie Autev, einer Technologiefirma aus Brandenburg, erhalten habe, schreibt der Nachrichtensender "n-tv". Dafür hatte er eigens den Börsenbrief "Deutscher Aktiendienst" gegründet. 660.000 Euro von dem Geld davon hatte er an seine mitangeklagten Geschäftspartner weitergeleitet, sagte Frick.
Der Tatbestand der Marktmanipulation sei allein dadurch erfüllt, dass bei der Bewerbung der Aktien nicht erklärt wurde, dass sie gegen ein Entgelt beworben wurden, hatte Staatsanwalt Philipp Zmyj-Köbel im Prozessverlauf festgestellt. Fricks Anwälte gestanden im Schlußplädoyer einen Verstoß gegen das Wertpapierhandelsgesetz ein. Der Angeklagte sprach wörtlich von einem "schweren Fehler". Zudem erklärte das Gericht 42 Millionen Euro aus dem Vermögen einer Treuhandgesellschaft für verfallen, bei der Frick Aktienpakete besaß.
Wiederholungstäter
Der Vorwurf des bandenmäßigen Betrugs, auf den eine Höcchststrafe von zehn Jahren steht, wurde von der Anklage fallen gelassen.
Frick, der durch die TV-Sendung "Make Money - Die Markus Frick Show" auf N24 bekannt wurde, war schon im April 2011 wegen strafbarer Aktienempfehlungen vom Berliner Landgericht rechtskräftig zu einem Jahr und neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden.
>> Artikel in "Spiegel Online"
(red.)