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Kein Trinkwasser im Klassenzimmer

(c) Die Presse (Clemens Fabry)

Klassen ohne Wasser dürften häufiger werden. Das liegt an modernen elektronischen Tafeln: keine Kreide, kein Waschbecken.

St. Pölten. Wer an der HTL St. Pölten einen Schluck Wasser trinken will, muss vorsorgen: Denn in den Klassenzimmern des Neubaus gibt es keine Waschbecken mehr – und damit auch kein Trinkwasser. Was auf den ersten Blick seltsam anmutet, ist allerdings kein Einzelfall.

Es sei durchaus möglich, dass auch in den Klassenräumen anderer neu errichteter oder sanierter Schulgebäude keine Waschbecken mehr hängen, heißt es von der Bundesimmobiliengesellschaft, der ein größerer Teil der höheren Schulen – von HTL bis Gymnasien – gehört.

Whiteboard statt Tafel

Konkrete Zahlen gibt es bei der BIG keine, nur so viel: Wenn es an einer Schule keine traditionellen Tafeln mehr gibt, sondern nur noch elektronische Whiteboards oder Beamer (wie das auch an besagter HTL der Fall ist), brauche es kein Waschbecken. Denn: Ist da keine Kreide, muss auch nicht nass gelöscht werden. Ergo: Es braucht kein Wasser. Man könne also davon ausgehen, dass Waschbecken im Klassenraum tendenziell weniger werden.

Zum Wassertrinken würden als Alternative für die Schüler im Gang bzw. in den Pausenräumen Wasserspender oder Trinkbrunnen aufgestellt – so auch in St. Pölten. Allerdings erst, nachdem Schule und Elternverein darauf aufmerksam gemacht hätten, dass die Schüler abseits der Waschräume Möglichkeiten brauchten, um Wasser zu trinken, wie Schulleiter Johann Wiedlack schildert.

Dass es nicht gerade viele Trinkbrunnen sind – nämlich einer pro Stockwerk, also für jeweils rund 250 Schüler, und damit deutlich weniger als es Getränke- oder Kaffeeautomaten gibt –, hält Wiedlack nicht für ein Problem: Schlangen vor dem Trinkbrunnen gebe es kaum. Man beobachte die Frequenz. So, wie es aussehe, sei für diejenigen Schüler, die wirklich Wasser trinken, auch ausreichend gesorgt.

Geld durch Automaten

Dass die Schule selbst ein Interesse daran habe, mehr Getränkeautomaten aufzustellen, weil so auch Geld ins Schulbudget gespült werde, weist der Direktor zurück. Die Automaten würden von den Schülern nachgefragt – jede Schülervertretung äußere diesen Wunsch. Für die HTL würden durch die Miete für die Automaten pro Jahr ohnehin nur „ein paar hundert Euro“ hereinkommen.

(beba/ks)