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Prokrastinieren und reisen bis zum (Ab-)Schluss

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99 Dinge, die man als Student erlebt haben soll, Fortsetzung II: Von Punkt 68 bis 99.

68.Die Wohnung putzen, statt zu lernen.

Bei der Wahl des liebsten Fremdworts (siehe Punkt 24) findet sich eines sicher im engeren Kreis: prokrastinieren. Schon einmal die Wohnung auf Hochglanz gebracht, statt zu lernen, obwohl kein Elternbesuch anstand (siehe Punkt 71)? Leere Flaschen zur Müllsammelstelle gebracht, statt die Seminararbeit zu schreiben? Nägel lackiert, statt das Referat vorzubereiten? Na also. Wer ein bisschen aufgeigen will: Das Wort kommt vom lateinischen procrastinatio, Vertagung.

69.Viel zu selten die

Wohnung putzen.


70.Einen Putzplan erstellen und daran scheitern.

71.Die Eltern zum Kaffee einladen.

Liptauerreste vom letzten Fest von der Wand kratzen, das Bett neu beziehen, die verkaterten Freunde des Mitbewohners vertreiben: Wenn die Eltern zu Besuch kommen (und sie werden kommen wollen), ist zumindest eine halbwegs ordentliche Wohnung inklusive zivilisierter Mitbewohner gefragt. Putzen inklusive.

72.
Keine Lust haben.


73.Zum Professor gehen und sehen, dass der

Fünfer berechtigt war.

Schätzt man sich selbst ziemlich sicher als positiv ein, während der Professor auf dem Gegenteil beharrt, zeigt das vor allem eines: Die Prüfung zu wiederholen ist sinnvoll. Denn offenbar hat man irgendetwas Wesentliches nicht verstanden. Und sich in der Selbsteinschätzung etwas vertan.


74.Die Prüfung bestehen, ohne je die Vorlesung besucht zu haben.


75. Über das miese Niveau einer Lehrveranstaltung jammern.

„Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten“, pflegen manche Professoren zu sagen. Was natürlich nicht stimmt. Wenn man aber bei solch einem Professor landet und dieser seine Jünger um sich schart, sinkt das Niveau sturzbachartig. Gemeinsames Jammern hilft. Was bleibt, ist das Wissen, dass die bisherigen Semester nicht umsonst waren.


76.In der Vorlesung

Bullshit-Bingo spielen.

Ja, es gibt diese Vorlesungen, in die man eigentlich nur geht, weil man dort nette Leute trifft. Dann wahlweise Bullshit-Bingo, Vier gewinnt oder Karten zu spielen, ist zwar dem Professor gegenüber fies. Oft aber auch verdient.


77.Sich Montag oder Freitag (oder am besten beide Tage) frei halten.

78.Vor der Vorlesung Punsch trinken gehen.


79.Dem Paternoster im NIG nachtrauern.

Wer ihn erlebt hat, hat nostalgische Gefühle, womöglich auch wegen des Kicks: Denn das Einsteigen in den alten Umlauflift im NIG der Uni Wien sorgte auch bei routinierten Paternosterfahrern bisweilen für Nervosität. Die Kabinen befanden sich stets in Bewegung. Wer sich jetzt nichts darunter vorstellen kann: Im Haus der Industrie am Wiener Schwarzenbergplatz gibt es noch ein Exemplar. Das Kultobjekt im NIG wurde 2007 abgebaut.

 

80.Daran denken, sich von Facebook abzumelden.

Facebook nahm seinen Ursprung an einer Universität – warum nicht auch sein Ende? Angesichts des Umgangs mit unseren Daten wäre das eine Überlegung wert. Andererseits eignet sich kaum ein anderes Netzwerk so gut, um mit den Freunden aus der Heimat und den Bekanntschaften vom Auslandssemester Kontakt zu halten.

 

81.

Twittern.

Wer sich ohnehin weniger für den Weichegrad des Frühstückseis der virtuellen Freunde interessiert und mehr für den Zustand der Welt, ist hier richtig. Und sollte zumindest einmal selbst einen 140-Zeiler abfeuern. Suchtpotenzial.


82.In der Mensa etwas
Undefinierbares essen.

Natürlich ist hier der unmittelbare Nutzen nicht gleich zu erkennen. Aber erstens darf der Gesprächsstoff, der durch den Genuss eines „Eintopfs mit Zutaten“ entsteht, nicht unterschätzt werden. Und zweitens kann ein solches Gericht auch (oder nur?) positiv überraschen. Und vom soziologischen Standpunkt aus gesehen ist eine Mutprobe als Initiationsritus ein bewährtes Mittel, um Gruppenzugehörigkeit zu signalisieren.


83.
Ein Kochbuch kaufen.

Die Lehre aus Punkt 82. Wer billig essen will und seine Geschmacksnerven oder auch seine Gesundheit dabei schonen möchte, sollte selbst zum Kochlöffel greifen. Dabei empfiehlt es sich aber, auf Schnellschüsse wie „Die Studentenküche“ zu verzichten und die Grundlagen ordentlich zu erlernen – schadet auch im späteren Leben nicht.

 

84.Eine große Runde Freunde bekochen.


85.Einen Sprachkurs machen.

Spanisch, Russisch, Arabisch? Oder notfalls eine Programmiersprache, klar ist: Die Studentenzeit ist einfach optimal, um Sprachen zu lernen. Zeit, Gelegenheit: alles da. Und solange Sprachstudien noch nicht beschränkt sind, kann man es sogar gratis haben.
86.Auslandserfahrung
sammeln.

Kaum jemand spricht vom Auslandssemester nicht in Superlativen. Denn selten fühlt man sich so frei (siehe Punkt 3) und erlebt zugleich so viel Neues. Auslandserfahrung kann man notfalls aber auch zu Hause machen: als Buddy für einen Auslandsstudenten, beim Sprachtandem oder ganz einfach bei Erasmus-Partys im Studentenheim. Die finden erfahrungsgemäß täglich irgendwo statt.


87.Den Film „Barcelona für ein Jahr“ sehen.


88.
Couchsurfen.

Nicht nur eine Gratisunterkunft im Ausland, sondern auch eine Möglichkeit, um hierzulande Auslandserfahrung zu sammeln: die eigene Couch an Rucksackreisende verpachten.


89.
Reisen, reisen, reisen.

Wann sonst hat man die Zeit, um die Welt zu bereisen? Also: Rucksack umschnallen und los! Weil als Student aber das gesamte Zeit-Geld-Verhältnis umgekehrt ist (man hat in der Regel immer genug von einem der beiden, das andere ist knapp), heißt es auch: möglichst billig reisen. Interrail und Übernachtung am Flughafen inklusive.

90.
Sich Zeit lassen.

91.Sich an der Uni über Familien mit Sekt ärgern.

Ganz ehrlich: Man ärgert sich über Mamas, Papas und Omas mit Blumen und Sekt nicht wirklich deshalb, weil sie den Weg zur Uni-Bibliothek verstellen oder weil sie den Aufzug verstopfen. Sondern eigentlich, weil einem die Szenerie vor Augen führt, dass man selbst noch meilenweit vom Abschluss entfernt ist. Je höher die eigene Semesteranzahl, desto schmerzhafter. Irgendwann ist es dann aber die eigene Familie, die anderen Studenten lästig ist.

 

92.Bei einer Diplomprüfung dabei sein.


93.
Gaudeamus igitur hören.

Wer nicht Mitglied einer Studentenverbindung ist, wo bisweilen gern Studentenlieder gesungen werden, hört das Lied normalerweise erst bei der Sponsion. Der Text würde allerdings auch zum Studentenleben ganz gut passen: Lasst uns, weil wir jung noch sind, uns des Lebens freuen.


94.Nachschauen, wie der eigene Rektor heißt.

Keine Ahnung? Geht wohl den meisten Studierenden so. Nicht wenige lesen den Namen des Uni-Chefs oder der Uni-Chefin zum ersten Mal auf der Abschlussurkunde. Wenn es bis dahin noch das eine oder andere Semester dauert und die Neugierde einen jetzt gepackt hat: Google hilft.

 

95.Auf der Suche nach einem Sponsionslokal neue Restaurants entdecken.

96.Eine Antwort auf die Frage finden: Und, was willst du damit machen?

Die gute Nachricht ist: Bei der Suche nach einer Antwort auf diese Frage wird man nicht alleingelassen. Die Uni Wien bietet beispielsweise mit der Uni-Success-Messe am 12. Juni eine Orientierungshilfe an. Mehr als 70 Unternehmen stellen sich dort vor. Die Excellence-Messe der Universität Graz findet das nächste Mal am 11. November 2014 statt.


97.Einen ordentlichen Lebenslauf verfassen.

Auch das Studentenleben nimmt irgendwann ein Ende. Wer gut auf die Arbeitswelt vorbereitet sein will, kann sich an der Uni Tipps für den perfekten Lebenslauf und das ideale Bewerbungsgespräch holen. An der Uni Wien gibt es Infos unter: uniport.at. An der Uni Graz unter careercenter.uni-graz.at

 

98.Ein Vorstellungsgespräch überstehen.

99.Einen Schüler für das eigene Studium begeistern.