EU-Kandidatur: Ulrike Haider will Namen ihres Vaters reinwaschen

PK BZOe 'EU WAHL': ULRIKE HAIDER
Ulrike HaiderAPA/HERBERT PFARRHOFER

Ulrike Haider-Querica tritt für das BZÖ an - auch deshalb, weil sie in Bezug auf Jörg Haider "einiges richtigstellen" wolle. Außerdem sei sie eine "glühende Europäerin".

Das BZÖ hat am Mittwoch Ulrike Haider-Querica offiziell als seine Spitzenkandidatin für die EU-Wahl präsentiert. Die Tochter des verstorbenen Landeshauptmanns Jörg Haider präsentierte sich als "glühende Europäerin".

Haider-Querica will ihre Kandidatur auch nutzen, um in Bezug ihren Vater "einiges richtigzustellen". Sie könne "nicht mehr mitanschauen, wie man derzeit medial mit ihm verfährt." Der Name ihres Vaters werde benutzt, um von anderen Dingen abzulenken, mutmaßte Haider-Querica. Das Hypo-Debakel sei nicht die Schuld Haiders, dieser habe die Bank zum Vorteil für den Steuerzahler verkauft. Erst durch die Verstaatlichung sei ein Schaden entstanden. "Ich lehne es ab, den Namen meines Vaters zu beschmutzen", betonte die Juristin.

Haider-Querica für Euro-Ausstieg

Die EU müsse von Grund auf reformiert werden, forderte Haider. Der Euro könne ihrer Ansicht nach "nicht mehr gerettet werden", man dürfe keine Alternativen dazu ausschließen.

BZÖ-Chef Gerald Grosz zeigte sich "sehr glücklich" über seine Spitzenkandidatin. "Ich traue mich zu sagen, dass wir die beste aller Spitzenkandidaten, die sich um ein Mandat im Europaparlament bemühen, haben", meinte Grosz. Die 37-jährige Haider-Quercia stehe für eine "neue Generation". Er sei überzeugt, dass dem BZÖ mit der Juristin und Politikwissenschafterin der Einzug ins europäische Parlament gelingen werde.

Bei der letzten EU-Wahl erreichte das BZÖ 4,6 Prozent und damit ein Mandat; bei der Nationalratswahl im Herbst verpasste das Bündnis den Einzug ins Parlament. Für die Kandidatur am 25. Mai muss die Partei 2600 Unterstützungserklärungen sammeln.

Die Liste für die EU-Wahl soll bei einem Parteitag am 15. offiziell beschlossen werden. "Zeitgerecht" will Grosz auch die Liste der restlichen Kandidaten vorstellen, unter denen sich auch viele unabhängige Personen befinden würden. Die Nominierung der Spitzenkandidatin sei "nicht die letzte Überraschung", kündigte Grosz an, "sowohl inhaltlich als auch personell".