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Datenleck: BIFIE entschuldigt sich bei Lehrern und Schülern

THEMENBILD: BIFIE-WEBSEITE
APA/ROLAND SCHLAGER

Die Chefs des Instituts wollen nach dem riesigen Datenleck "erschüttertes Vertrauen zurückgewinnen". Ihre eigene Zukunft ist unklar.

Nach dem Bekanntwerden des riesigen Datenlecks im österreichischen Schulsystem meldet sich nun das verantwortliche Bundesinstitut für Bildungsforschung (BIFIE) zu Wort. In einem Brief an alle Schulleiterinnen und Schulleiter entschuldigen sich die beiden Direktoren Martin Netzer und Christian Wiesner: „Die Verantwortlichen des Bundesinstituts entschuldigen sich bei allen Betroffenen und werden alles daran setzen, das infolge der jüngsten Ereignisse erschütterte Vertrauen vieler Lehrer/innen, aber auch vieler Eltern und Schüler/innen durch eine umgehende und lückenlose Aufklärung der Vorgänge zurückzugewinnen", heißt es in dem Brief.

Man habe gleich nach dem Auftauchen erster Hinweise über mögliche Datengefährdungen Ende Dezember 2013 „sofort Prüfungsmaßnahmen mit jener Partnerfirma des BIFIE eingeleitet, von der die Online-Plattform zur Informellen Kompetenzmessung (IKM) neu entwickelt wird", so die beiden BIFIE-Chefs. Bei diesen Überprüfungen „wurden keine Anhaltspunkte gefunden, dass Daten für Unbefugte zugänglich sind", schreiben die Direktoren weiter.

Nachdem das Datenleck durch einen „Presse"-Bericht öffentlich wurde, habe das BIFIE umgehend reagiert. Man habe die Daten nicht nur lokalisiert und die Zugriffsmöglichkeiten geschlossen, sondern auch eine umgehende Sachverhaltsdarstellung an die Staatsanwaltschaft übermittelt. Außerdem versichern die beiden BIFIE-Direktoren, dass ausschließlich Datensätze der IKM-Testung betroffen sind. „Datensätze zur neuen Reifeprüfung oder zur Überprüfung der Bildungsstandards sind vom berichteten Sachverhalt nicht betroffen", heißt es im Schreiben. Die Schulleiter werden außerdem gebeten, diese Informationen ihrem Kollegium zur Kenntnis zu bringen.

Zukunft der BIFIE-Spitze unklar

Die BIFIE-Chefs stehen jedenfalls weiterhin unter großem Druck. Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) hatte im "Presse"-Interview bereits personelle Auswirkungen anklingen lassen. Sollte sich ein Fehlverhalten der BIFIE-Chefs herausstellen, werde es "negative" Konsequenzen geben, so die Ministerin. Auch die Ministerin selbst steht unter Beschuss: So forderte Lehrergewerkschaft zuletzt den Rücktritt Heinisch-Hoseks. "In anderen Ländern wüssten Politiker, was zu tun ist", so AHS-Lehrervertreter Eckehard Quin.

(j.n.)