Marktbericht. 43 Punkte rutschte der ATX am Freitagmittag ins Minus, dieses Minus geht hauptsächlich auf die Kappe der Erste Group, die mehr als acht Prozent einbüßte.
Wien. Die Wiener Börse hat sich heute, Freitag, zu Mittag bei moderatem Volumen mit schwacher Tendenz präsentiert. Der ATX wurde um 12.00 Uhr mit 2.599,89 Punkten errechnet, das ist ein klares Minus von 42,86 Punkten bzw. 1,62 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt +0,03 Prozent, FTSE/London -0,09 Prozent und CAC-40/Paris -0,31 Prozent.
Belastet wurde der ATX vor allem von den Erste Group-Aktien, welche im Mittagshandel um klare 8,35 Prozent auf 26,24 Euro absackten. In der Früh hat die Bank Zahlen für 2013 vorgelegt. Der Jahresgewinn brach von 483,5 Mio. Euro auf 61 Mio. Euro ein. Analysten hatten dies jedoch nach der Gewinnwarnung vom 11. Februar bereits erwartet. Negativ beeinflusst wurde das Ergebnis vor allem von teuren Abschreibungen auf die Rumänien-Tochter BCR, aber auch vom Ausstieg aus der Ukraine. Die Erste Group rutschte auch an das Ende des BE Banks Index von Bloomberg und verlor mehr als doppelt so viel wie der zweitschlechteste Wert. Der Index selbst gab 0,80 Prozent ab.
Vergleichsweise gut dagegen die RBI-Aktie, die ihre deutlichen Auftaktverluste bis zu Mittag auf 0,72 Prozent (24,08 Euro) begrenzen konnte.
Zudem verloren auch weitere Schwergewichte im ATX. Die Immofinanz verlor 1,3 Prozent auf 3,64 Euro, bei der voestalpine rutschte der Kurs um 0,63 Prozent auf 33,10 Euro ab. OMV verlor 0,39 Prozent auf 32,97 Euro.
AMAG büßten nach Zahlen 2,40 Prozent auf 23,75 Euro ein. Gesunkene Aluminiumpreise haben den Konzern im vergangenen Geschäftsjahr 2013 belastet. Das Konzernergebnis nach Ertragssteuern brach um mehr als ein Fünftel (21,4 Prozent) auf 56 Mio. Euro ein. Aufgrund des um durchschnittlich 8 Prozent gesunkenen Aluminiumpreises reduzierte sich der Umsatz um rund 4 Prozent auf 786,4 Mio. Euro.
Andritz zogen indessen mit plus 4,69 Prozent auf 44,98 Euro an die Spitze der Wiener Kurstafel, obwohl der steirische Maschinenbauer 2013 deutlich Federn lassen musste. Das Betriebsergebnis (EBIT) brach um 73 Prozent auf 89,8 Mio. Euro ein. Der Umsatz hat jedoch um 10,3 Prozent auf 5,7 Mrd. Euro zugelegt. Die Analysten der Baader Bank lobten in einem ersten Kommentar zu den Zahlen die besser als erwartet ausgefallenen Auftragseingänge im vierten Quartal.
Gleich an zweiter Stelle rangierten Uniqa mit plus 2,56 Prozent auf 9,72 Euro. Der Versicherer hat 2013 einen Konzerngewinn (nach Steuern und Minderheitenanteilen) von 283,4 Mio. Euro erwirtschaftet, um 123 Prozent mehr als 2012 (127,1 Mio. Euro). Der Vorstand schlägt vor, die Dividende von 25 Cent auf 35 Cent anzuheben. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) stieg um 49,7 Prozent auf 305,6 Mio. Euro.
Für Analysten der Berenberg Bank sind die Uniqa-Zahlen weitgehend "stabil" ausgefallen. Zu berücksichtigen gebe es jedoch einige Einmaleffekte, sind sich die Analysten der Berenberg Bank sowie der Deutschen Bank einig. Diese machen es schwierig, einen klaren Pfad für die weitere Entwicklung UNIQA zu erkennen, so die Deutsche Bank-Experten weiter.
Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX zum Sitzungsbeginn bei 2.647,82 Punkten, das Tagestief lag gegen 12.00 Uhr bei 2.597,35 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 1,42 Prozent tiefer bei 1.294,19 Punkten. Im prime market zeigten sich zwölf Titel mit höheren Kursen, 24 mit tieferen und einer unverändert.
Bis dato wurden im prime market 4.518.318 (Vortag: 2.695.501) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 189,061 (85,31) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 1.980.340 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 105,21 Mio. Euro entspricht.