Schiffsfonds: Riskante Erträge mit Frachtschiffen

Mit Beteiligungen an Schiffen kann man derzeit hohe Renditen erzielen. Doch auch das Risiko ist hoch.

Hamburg. Nach sechsmonatiger Bauzeit kann die "Bianca Rambow" aus dem Hamburger Hafen auslaufen. Mit 135 Metern Länge und einer Kapazität für 850 Container handelt es sich um ein verhältnismäßig kleines Containerschiff, ein "Feeder"-Schiff. Der Bau hat auch "nur" 18 Mill. Euro gekostet.

Zum Vergleich: Die Kosten für ein großes Containerschiff - mit über 300 Metern Länge und einer Kapazität für mehr als 8000 Container - können auch 70 Mill. Euro und aufwärts erreichen.

Immer mehr Container

Die Container-Schifffahrt boomt derzeit. Grund ist vor allem das Wirtschaftswachstum in China. Rohstoffe werden ins Reich der Mitte geschafft, elektronische Geräte exportiert. Im ersten Quartal 2004 wuchs der weltweite Container-Umschlag um elf Prozent zum Vorjahr.

Derzeit gehen pro Jahr 300 Mill. Stück Container auf Seereise. Bereits seit Jahren wächst der Container-Umschlag doppelt so schnell wie die Weltwirtschaft. Dieser Trend dürfte noch einige Zeit anhalten.

Besonders stark, so prophezeit HCI-Experte Christian Freiherr von Oldershausen, werde der Bedarf an Feederschiffen - wie der "Bianca Rambow" - steigen. Diese können auch kleinere Häfen anfahren, dort Ladung aufnehmen und damit die Ozeanriesen in den großen Häfen "füttern" - daher der Name "Feeder".

"Kommanditisten" werden

Eigentümer der "Bianca Rambow" sind mehr als hundert Anleger, die in einen Dachfonds der HCI-Gruppe, Europas größten Anbieter von Schiffsbeteiligungen für private und institutionelle Anleger, investiert haben. Rechtlich sind die Investoren Kommanditisten, haften also mit ihren gesamten Einlagen. Derzeit können sie aber mit Renditen von jährlich bis zu elf Prozent nach Steuern rechnen.


Niedrige Tonnagesteuer

Freilich sind auch ihre Risiken hoch: Ihr Geld ist auf 15 Jahre gebunden, die Charterraten können sich ändern, auch der Erlös für das gebrauchte Schiff nach 15 Jahren kann geringer ausfallen als erwartet, weil die Nachfrage nach Container-Schiffen bis dahin gefallen ist. Im Extremfall droht der Verlust der gesamten Einlage.


Die HCI-Gruppe bietet seit kurzem auch in Österreich Schiffsbeteiligungen an. Der Gewinn wird in Deutschland mit der sehr niedrigen "Tonnagesteuer" belegt.

Aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommens fallen dann in Österreich keine Steuern mehr an, es gibt aber den "Progressionsvorbehalt": Für die Berechnung des progressiven Steuersatzes auf die inländischen Einkünfte (etwa Erwerbseinkommen oder Mieterträge in Österreich) werden die Schiffserträge berücksichtigt, man kommt also in eine höhere Progressionsstufe und bezahlt für die inländischen Einkünfte mehr Steuern.

Verkauf über "Zweitmarkt"

Normalerweise wird ein Schiff nach 15 Jahren verkauft, und die Investoren teilen sich den Verkaufserlös. Was, wenn man seine Schiffsbeteiligung vorzeitig los werden will, weil man etwa dringend Geld braucht? Noch sind die Handelsvolumina auf dem "Hamburger Fondsmarkt", dem Zweitmarkt für Beteiligungen an geschlossenen Fonds, gering.

In den vergangenen zwei Jahren wurden dort Beteiligungen im Wert von 30 Mill. Euro gehandelt, nur fünf Prozent waren Schiffsfonds. Diese bringt man dennoch derzeit weit schneller an den Kunden als manche Immobilienbeteiligungen.

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