Eurofighter: EADS zahlte Lobbyisten fast 17 Millionen Euro

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EurofighterAPA/HERBERT NEUBAUER

Erhard Steininger soll Ansprüche aus einer Nebenabsprache offenbar bewusst erst nach dem U-Ausschuss in Rechnung gestellt haben.

Der Eurofighter-Hersteller EADS (mittlerweile Airbus Group) hat dem Lobbyisten Erhard Steininger zwischen März 2002 und Dezember 2009 fast 17 Millionen Euro bezahlt, berichtete das Magazin "News" am Mittwoch vorab. Steininger hatte demnach Ansprüche aus einer Nebenabsprache offenbar bewusst erst nach dem U-Ausschuss in Rechnung gestellt.

Das Magazin beruft sich auf den internen Prüfbericht im Auftrag des Luft- und Raumfahrtkonzerns von der Anwaltskanzlei Clifford Chance. Die fast 17 Millionen Euro waren nicht zur Gänze für Steininger gedacht, so erhielt davon etwa mehr als sechs Millionen Euro die Werbefirma von Gernot Rumpold.

In einer Rechnung vom April 2009 verwies Steininger dem Magazin zufolge darauf, dass ihm aus einem "Sideletter" 0,5 Prozent der Vertragssumme, also über sieben Millionen Euro, zustehen würden. EADS wollte demnach zunächst nicht zahlen, fand dann aber doch noch ein Exemplar der Vereinbarung im Banksafe eines Ex-Managers. Das Unternehmen zahlte Steininger schließlich auf Basis eines Vergleichs im Dezember 2009 fast 5,5 Millionen Euro.

Im Zuge der Auseinandersetzung begründete Steininger laut "News" die späte Verrechnung seiner Forderung unter anderem damit, dass "man vonseiten EADS während des Eurofighter-Untersuchungsausschusses (2006/2007, Anm.) auf mich zukam und mich anwies, keine Fakturierung aus dem Sideletter vorzunehmen". Aus dem Unternehmen gab es vorerst keine Stellungnahme.

>> Bericht des Magazins "News"

(APA)