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Frauen in Chefsesseln: Österreich hinkt Europa hinterher

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Der Frauenanteil in den Vorständen und Aufsichtsräten von Österreichs Top-Unternehmen bleibt geringt. Die Arbeiterkammer fordert eine gesetzliche Quote.

Die Zahl der Chefinnen bleibt konstant auf niedrigem Niveau. In den Aufsichtsräten der 200 umsatzstärksten Unternehmen des Landes erhöhte sich der Frauenanteil heuer um marginale 0,5 Prozentpunkte auf 13,9 Prozent. Das geht aus dem Frauen.Management.Report 2014 der Arbeiterkammer Wien hervor. In den Aufsichtsräten der größten Unternehmen sind nur 13,9 Prozent der Stellen mit Frauen besetzt. Frauen als Aufsichtsratsvorsitzende gibt es nur in elf Firmen. In den Geschäftsführungen ist der Frauenanteil noch niedriger. Mit 5,6 Prozent bleibt der Wert auf dem niedrigen Niveau des Vorjahres (siehe auch Grafik).

In den börsenotierten Unternehmen liegt der Frauenanteil nur noch bei 3,1 Prozent. Trotz zahlreicher freiwilliger Initiativen erhöhte sich der Frauenanteil auch in den Aufsichtsräten der börsenotierten Firmen nur marginal. Er liegt derzeit bei 12 Prozent. Bei staatsnahen Unternehmen sind es immerhin 33 Prozent.

Europavergleich: Nordische Länder vorn

Im Europavergleich zählt Österreich mit einem Frauenanteil von 12 Prozent in den obersten Leitungsorganen nach wie vor zu den Ländern mit den schlechtesten Ergebnissen, kritisiert die Arbeiterkammer. Im Spitzenfeld rangieren Island (49 Prozent), Norwegen (42 Prozent) und Finnland (29 Prozent). Der EU-Schnitt beträgt 17 Prozent.

Die Arbeiterkammer drängt daher in einer Aussendung auf eine gesetzliche Frauenquote von 40 Prozent bei der Besetzung von Aufsichtsratsmandaten. Die Einführung sollte schrittweise erfolgen und bei Nichteinhaltung sollten wirksame Sanktionen wie spürbare Geldstrafen oder eine Eintragung im Firmenbuch drohen. "Mit Selbstverpflichtung und Freiwilligkeit kommt Frau in Österreich offenbar nicht weiter", sagt AK-Vizepräsidentin Dwora Stein.

(APA)