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"Puber": Verdächtiger will nicht reden

Ein ''Puber''-Schriftzug in Wien-Neubau
Ein ''Puber''-Schriftzug in Wien-NeubauDie Presse
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Am Donnerstag wurde ein Mann verhaftet, der unter dem Pseudonym "Puber" in Wien als Graffiti-Sprayer aktiv gewesen sein soll. 119 Geschädigte haben sich gemeldet. Auch eine Gegenbewegung "Free Puber" gibt es schon.

Er will und will nicht reden. Seit gestern, Donnerstag, befindet sich der stadtbekannte Sprayer "Puber" in Polizeigewahrsam. Ihm wird vorgeworfen unzählige Häuser in der Stadt mit seinem Tag (Zeichen) "Puber" besprüht zu haben. Der geschätzte Schaden beläuft sich vorläufig auf über 50.000 Euro. 119 Personen hätten bis jetzt einen Schaden im Zusammenhang mit dem Sprayer gemeldet, sagt eine Polizeisprecherin zur "Presse".

Im Laufe des Tages muss die Staatsanwaltschaft nun entscheiden, wie sie weiter mit dem doch erst 29-Jährigen Renato S. vorgehen wird (ursprünglich war die Polizei davon ausgegangen, dass er 30-Jahre alt ist). Die Staatsanwaltschaft könnte theoretisch U-Haft über den jungen Mann verhängen.

Abgesehen von dem schweren Sachschaden wird dem Schweizer auch noch Urkundenunterdrückung vorgeworfen. Bei der Festnahme wurden in seinem Zimmer mehrere Dokumente sichergestellt, unter anderem eine Schweizer Identitätskarte, die aber einem anderen Mann gehört. Dieser sieht Renato S. auf dem Foto sehr ähnlich. "Es liegt also nahe, dass er sich mit der Karte manchmal ausgewiesen hat", sagt die Polizeisprecherin. Der 29-Jährige war übrigens nie in Wien gemeldet. Damit erklärt die Polizei auch, warum es schwierig war, dem Sprayer auf die Spur zu kommen. Die Spray-Attacken von Puber sind nämlich seit dem vergangenen Jahr amtsbekannt.

Auch Mitbewohner wurden angezeigt

Doch nicht nur Puber muss nun mit einem Strafantrag rechnen, auch die drei Mitbewohner des 29-Jährigen wurden angezeigt. Ihnen wird Begünstigung vorgeworfen, sie stehen im Verdacht, den Sprayer der Verfolgung entzogen zu haben.

In der Graffiti-Szene hat die Verhaftung des Verdächtigen jedenfalls für große Aufregung gesorgt. "Es war gestern das Gesprächsthema Nummer eins auf Facebook und Twitter", sagt ein junger Szenen-Kenner. Wobei jetzt niemand überrascht gewesen sei, dass ihn die Polizei erwischt habe. Kritisch sieht er hingegen, dass es Puber einmal mehr geschafft hat, in den Medien zu sein. Denn das sei genau das, was Puber immer wollte.

Auch Pubers Mitbewohner haben bereits in einem Interview bestätigt, dass ihn die zahlreichen Medienberichte über sein Treiben, in den Monaten davor wohl eher zum Weitermachen angetrieben haben. „Jeder neue Zeitungsbericht hat sein Ego gepusht", werden die Mitbewohner im "Vice"-Magazin zitiert. Die Onlineplattform des Magazins hat als erstes über die Verhaftung berichtet.

Gegenbewegung: "Free Puber"

Puber galt als das "schwarze Schaf" der Graffiti-Szene. Er soll aggressiv gewesen sein und hat auch ungeschriebene Gesetze in der Szene nicht beachtet. Unter anderem, dass die Arbeiten von anderen Street-Artists nicht übermalt werden.

Die meisten Poster auf Facebook sind ihren Kommentaren zufolge jedenfalls froh, dass Puber aus dem Verkehr gezogen wurde. Doch einige dürfte das auch missfallen. Auf Facebook hat sich jedenfalls bereits eine Gegenbewegung entwickelt. Die Seite "Free Puber" hat bereits fast 800 Likes (Stand Freitag früher Nachmittag).