Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Umweltrecht: Start zu Wettbewerb mit allen Jus-Fakultäten

Salzach Modell Kraftwerk
ÖBK/ÖBK
  • Drucken

Diese Woche Auftakt zu einem simulierten Kraftwerks-Genehmigungsverfahren.

Wien. Am Donnerstag startet in Salzburg ein neuartiger Moot Court, der Studierenden aller sechs österreichischen Jus-Fakultäten die Möglichkeit bieten soll, im Umweltrecht mit- oder auch gegeneinander anzutreten. In einem simulierten Verfahren zur Genehmigung eines Großprojekts erhalten sie die Möglichkeit, unter Anleitung von Experten die Rollen der üblicherweise Beteiligten zu übernehmen; sie können sich sowohl in ihren Umweltrecht-Kenntnissen als auch in ihrem Auftreten, ihrem taktischen Können und ihren rhetorischen Fähigkeiten aneinander messen. Es ist der erste Wettbewerb solcherart im öffentlichen Recht, an dem sich – von West nach Ost – die Universitäten Innsbruck, Salzburg, Linz, Graz, Wien und WU Wien beteiligen.

 

Komplexes Wasserkraftprojekt

Moot Courts kommen aus dem angloamerikanischen Raum, haben aber im Völker-, Schieds-, Zivil- und Europarecht auch in Österreich schon Tradition. Unter Anleitung von Wissenschaftlern und Praktikern können Studierende im simulierten Echtbetrieb lernen. Für den Umwelt-Moot-Court, bei dem „Die Presse“ Medienpartner ist, wird am Donnerstag in Salzburg vor 25 Studierenden und Jungabsolventen ein Wasserkraftprojekt vorgestellt, das im Laufe des Semesters vom Antrag über die Einwendungen bis zum Bescheid durchgespielt wird. Das Projekt zeichnet sich, wie Anwalt und Moot-Initiator Peter Sander (Niederhuber & Partner) erläutert, außer durch hohe Komplexität auch durch einen weiteren didaktischen Vorteil aus: Es wurde in der wirklichen Welt in 1. Instanz glatt genehmigt, sodass keine Rechtsmittelentscheidungen veröffentlicht sind, aus denen sich die Teilnehmenden bedienen könnten. Dafür, dass sie eine anrechenbare Lehrveranstaltung absolvieren, sollen sie auch etwas arbeiten ...

Im ersten Durchgang übernehmen die Unis Wien, Innsbruck, Graz und Salzburg zusammen mit je einer auf Umweltrecht spezialisierten Kanzlei in der Stadt die Rollen von Projektwerber, Einwender, Legalpartei und Behörde. Die WU und die Uni Linz kümmern sich diesmal um die Evaluierung. Beim nächsten Mal werden dann die Rollen getauscht. Den Teilnehmenden winken nebst der zusätzlichen Qualifikation Geld und Sachpreise. (kom)

Web:www.mcur.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.03.2014)