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Gut gewinnt, Höfl-Riesch stürzt, Fenninger führt

Gut of Switzerland races during the women's downhill event during the FIS Alpine Skiing World Cup finals in the Swiss ski resort of Lenzerheide
REUTERS
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Die Schweizerin Lara Gut gewinnt die Abfahrt in Lenzerheide, Maria Höfl-Riesch stürzte schwer. Fenninger übernahm als Sechste die Führung im Gesamtweltcup.

Lenzerheide. Ein dramatisches Finale war erwartet worden, aber in Form eines Kopf-an-Kopf-Rennens im Kampf um die große Kugel. So aber endete die Weltcup-Abfahrt von Lenzerheide mit einem Sturz von Maria Höfl-Riesch, die mit Verdacht auf Schulterverletzung ins Spital gebracht wurde. Die Tagessechste Anna Fenninger führt im Gesamtweltcup drei Rennen vor Schluss elf Punkte vor der Deutschen und 235 vor Lara Gut.

Der Tagessieg ging am Mittwoch sehr zur Freude der 6000 Zuschauer bei Prachtwetter an die Schweizerin Gut, die sich 5/100 Sekunden vor der Steirerin Elisabeth Görgl und 0,57 vor ihrer Landsfrau Fränzi Aufdenblatten, die ihre Karriere beendet, durchsetzte. Die ÖSV-Damen boten eine starke Mannschaftsleistung, Andrea Fischbacher wurde Fünfte (+0,96), Nicole Schmidhofer Siebente (1,10).
Als nach der Siegerehrung für das Tagesrennen auch jene für die Disziplinwertung aufgerufen wurde, bot sich ein äußerst bizarres Bild. Auf einem Hügel im Hintergrund landete der Helikopter mit der verletzten Höfl-Riesch an Bord, vorne standen die zweitplatzierte Fenninger und die Dritte Tina Maze (Slowenien) auf dem Podest. Der für Höfl-Riesch in der Mitte reservierte Platz blieb frei und die Klänge der deutschen Hymne gingen im Hubschrauberlärm unter.

„Das war generell eine komische Stimmung, ohne Siegerin auf dem Podium zu stehen. Da kann man sich selbst nicht so freuen“, sagte Fenninger. „Mit meinem Platz heute bin ich sehr zufrieden, von den Emotionen her ist es eher schwierig wegen Maria. Das ist sehr bitter für sie, ich hoffe, es ist nicht all zu schlimm.“ Was das für den Gesamtweltcup bedeute, müsse sie abwarten, bis sie erfahre, wie es Maria gehe.

Mit Hubschrauber abtransportiert

Die Deutsche wurde zu Untersuchungen ins Kantonsspital Chur gebracht. Die Helikopterbergung war nicht aufgrund der Schwere der Verletzung durchgeführt worden, sondern weil es wegen der schmerzhaften Schulter so für die Patientin erträglicher sei, berichtete DSV-Damen-Cheftrainer Thomas Stauffer im Zielraum.
„Eine erste Diagnose vom Hang lautet, dass sie an den Beinen nichts hat, Oberarm und Schulter tun weh. Wenn man mit der Schulter auf die harten Piste fällt und ins Netz rutscht, tut das weh. Wir hoffen das Beste und auf den Bericht aus dem Spital. Ich hoffe, dass man mit Schmerzmittel was machen kann“, meinte Stauffer.
Höfl-Riesch hatte das Dienstagtraining wegen Hustens und Fiebers ausgelassen, beim Einfahren am Mittwoch habe sie sich gut gefühlt. „Ich denke nicht, dass die Erkrankung ein Problem war“, sagte der Trainer.

Fenninger freute sich über Platz zwei in der Disziplinwertung. „Ein paar Podiums finde ich schon cool.“ Am Dienstag hatte die 24-Jährige Trainingsbestzeit aufgestellt. „Da sieht man, dass das Training nichts zählt. Die Piste heute war weicher, und wenn man ein paar kleine Rutscher hat, dann hat man gleich nicht mehr den Speed. Ich war heute auch sehr nervös.“
In den Super-G am Donnerstag werde sie wie in jedes andere Rennen gesehen - ungeachtet dessen, ob Höfl-Riesch am Start sei oder nicht. „Jedes Rennen ist gleich wichtig, ob es das erste oder das letzte der Saison ist. Man braucht nicht verkopfen, muss fokussiert bleiben. Ein Super-G-Sieg wäre schon noch ein Ziel.“
Nur knapp am Abfahrtserfolg vorbei schrammte Görgl, die überglücklich mit dem Podestrang war. „Es war so cool zum Fahren, ich habe auf den Punkt gebracht, was ich mir vorgenommen habe“, sagte die Steirerin, die ihre verpatzen Olympiabewerbe abgehakt hat. „Es geht ja weiter, es gibt auch hier noch Sachen, wo ich mich weiterentwickeln kann.“ Auch sie litt mit Höfl-Riesch mit. „Ich hoffe, dass es nicht so schlimm ist. Ich gratuliere ihr zur Abfahrtskugel, sie ist eine Supersaison gefahren.“