Dank der hohen Teuerung bei Lebensmitteln haben die heimischen Landwirte im Krisenjahr 2022 um 42 Prozent mehr verdient als im Jahr zuvor. Eine Garantie für stabile Einkommen in der Zukunft ist das nicht.
Wien. Ein kleiner Landwirt in Österreich verdiente im Vorjahr im Schnitt sechs Euro brutto pro Stunde. Für ihn müssen die Zahlen über die Einkommen der heimischen Bauernschaft, die das Agrarministerium am Mittwoch dem Parlament vorlegt, klingen, wie ein schlechter Witz. Denn obwohl die Branche im Vorjahr laut über die Kostenexplosion bei Energie und Düngemitteln geklagt hatte, haben die heimischen Landwirte 2022 so gut verdient wie seit Jahrzehnten nicht mehr.
Die durchschnittlichen Einkommen (inklusive Subventionen) stiegen um 42 Prozent auf 45.757 Euro je Betrieb, heißt es im soeben veröffentlichten „Grünen Bericht“ des Ministeriums. Am besten ging es mit über 71.000 Euro Jahreseinkommen den Bauern im nordöstlichen Flach- und Hügelland. Landwirte im hochalpinen Bereich verdienten hingegen nur ein Drittel. Auch die Biobauern nahmen im Schnitt um ein knappes Fünftel weniger ein, als konventionelle Landwirte.
Hauptgrund für den bis dato stärksten Anstieg der Einkommen seit der Jahrtausendwende war die volatile Preisentwicklung an den internationalen Märkten. Der Krieg in der Ukraine und die damit verbundenen Spannungen am Getreidemarkt, haben die Preise für Weizen und andere Agrarprodukte im Vorjahr massiv in die Höhe getrieben. Als Krisengewinner sieht sich die Branche freilich dennoch nicht.