Den Hypo-Akteuren wurde in Wien der Rücken freigehalten.
Dass die Notverstaatlichung der Hypo Alpe Adria von österreichischer Seite nun, sagen wir es freundlich, nicht optimal verhandelt wurde, steht inzwischen ja fest. Das wird hoffentlich restlos aufgeklärt. Zu diesem Zeitpunkt war die Bank allerdings längst von Kärntnern und Bayern an die Wand gefahren, wie man auch dem gestern aufgetauchten Nationalbank-Prüfbericht von 2009 entnehmen kann.
Dass in der Kärntner Bank vieles extrem faul war, wusste man allerdings schon spätestens seit einem Rechnungshof-Bericht aus dem Jahr 2003. Auch, wie auf kritische Berichte reagiert wurde: Der Rechnungshof wurde kurzerhand an weiteren Prüfungen gehindert, auf die Notenbank wurde offenbar massiver politischer Druck ausgeübt, ihre Prüfergebnisse blieben ohne große Konsequenzen.
Und das führt zu einer Frage, die bisher zu kurz kam: Wer in der damaligen schwarz-blauen Regierung hat denn dem im Kärntner Korruptionssumpf sein Unwesen treibenden Jörgl-Lindwurm in Wien so massiv den Rücken freigehalten? Und was war der (politische) Preis? Wenn wir jetzt schon Milliarden blechen müssen, wollen wir auch diese Mittäter kennen. Auch wenn ihnen strafrechtlich nichts anzuhängen sein wird.
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.03.2014)