"Erster Liebesrausch": Rekrut wird freigesprochen

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SymbolbildAPA/FRANZ NEUMAYR

Ein Steirer hatte angegeben, heroninsüchtig und ein Betrüger zu sein, um dem Grundwehrdienst zu entgehen. Er wollte zu seiner Freundin.

Ein Steirer wurde von dem Vorwurf, er habe versucht, mit falschen Behauptungen dem Grundwehrdienst zu entgehen, freigesprochen. Wie der ORF Wien am Donnerstag berichtete, hatte der Rekrut angegeben, von Heroin abhängig und ein Betrüger zu sein, um zu seiner Freundin nach Wien ziehen zu können.

„Er war scheinbar im ersten Liebesrausch", erklärte der Verteidiger. Die Angaben des damals 19-Jährigen seien nicht zutreffend, wird er zitiert. Manchmal habe sein Mandant zwar Cannabis geraucht, härtere Drogen aber nicht ausprobiert. Die 20 Einbruchsdiebstähle, die der Steirer angegeben hatte, habe dieser ebenso erfunden wie zehn betrügerisch abgeschlossene Handyverträge.

Schuldig in zwei Unterpunkten

Der Rekrut wurde damals untersucht, in seinem Harn wurde Cannabis nachgewiesen. Der Grundwehrdiener sei daraufhin als grundsätzlich tauglich, aber „derzeit dienstunfähig" eingestuft und „zurückgestellt" worden. Bis heute wurde seine Dienstfähigkeit nicht wieder überprüft. Der Anklagepunkt Dienstentziehung durch Täuschung im Sinne des Militärstrafgesetzes war somit nicht aufrechtzuerhalten.

Der mittlerweile 21-Jährige, der nach eigenen Angaben mit seiner Freundin nach wie vor glücklich liiert ist, wurde lediglich in zwei untergeordneten Anklagepunkten für schuldig befunden - dem Diebstahl eines Kinderwagens und einer leichten Körperverletzung. Dafür erhielt er eine sechsmonatige bedingte Haftstrafe. Das Urteil ist rechtskräftig.

>> Bericht des ORF Wien